Unbändige Freude bei in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrern: Mehrere tausend Menschen haben in Berlin den Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gefeiert. Am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg versammelten sich am frühen Nachmittag mehr als 3.500 Teilnehmer zu einer angemeldeten Kundgebung. Die Stimmung war ausgelassen.
Menschen trafen sich auch vor der syrischen Botschaft in Berlin-Mitte.
O-Töne:
»Frieden in Syrien, in der Weihnachtszeit – das sind gute Nachrichten! Jetzt sind alle Christen und Muslime in Aleppo vereint. Vertraut meinem Land und meinen Leuten in Syrien. Keine Politik mehr, keine Probleme.«
»Ich weiß nicht, es ist schwer zu erklären. Es sind gemischte Gefühle. (…) Es bedeutet Freiheit, aber ich möchte mein Volk auch bitten, sich zu mäßigen und für die Zukunft zu planen. Ich hoffe für unsere Kinder und unsere Leute, dass wir uns neu aufstellen und an die Zukunft denken.«
Ähnliche Bilder in Schleswig-Holstein.
Noureddin Soleman, syrische Gemeinde Neumünster:
»Wir sind sehr, sehr dankbar. Das Syrien von Assads diktatorischer Regierung befreit wurde. Wie damals Deutschland von Hitler, heute Syrer vom Diktator Assad befreit wurden. Dieser Tag wird uns ein Leben lang begleiten.«
Die Mehrheit der syrischen Geflüchteten sind Regimegegner. Einige haben ihr Land aber auch aus Angst vor Islamistien verlassen – die nun an dem Sturz des Assad-Regimes beteiligt waren.
Viele Exil-Syrer schauen deshalb auch mit Sorge um ihre Angehörigen in die Zukunft – und hoffen auf das Beste.
Noureddin Soleman, syrische Gemeinde Neumünster:
»Und jetzt wünsche ich mir eine demokratische und weltoffene Regierung. Und das glaube ich, das wird auch so sein in Zukunft. Syrien ist für alle Syrer da, egal welche Religion sie haben oder zu welcher Gruppe sie gehören. Syrien wird von allen Syrern regiert und deswegen stehen wir vor einem demokratischen Syrien.«
Die Reaktionen auf den syrischen Umsturz waren in der deutschen Politik ähnlich hoffnungsvoll. Bundeskanzler Olaf Scholz etwa begrüßte den Sturz Assads als »gute Nachricht«. Gleichzeitig beginnt offenbar eine Diskussion um die mögliche Rückkehr syrischer Geflüchteter in ihr Heimatland. Ende 2023 lebten laut Statistischem Bundesamt etwa 700.000 syrische Schutzsuchende in Deutschland.