Syrien beginnt mit Vernichtung von Chemiewaffen aus Assad-Ära - DER SPIEGEL
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42 Bomben Syrien beginnt mit Vernichtung von Chemiewaffen aus Assad-Ära

Ein Team der Organisation für das Verbot chemischer Waffen war Zeuge: Die neuen Machthaber in Damaskus zerstören das C-Waffenarsenal des Landes. Der Assad-Clan verfügte über Sarin, Chlor- und Senfgas.
Assad-Familie im Jahr 1985
Assad-Familie im Jahr 1985

Assad-Familie im Jahr 1985

Foto: AFP

Syrien hat mit der Vernichtung von Überresten des geheimen Chemiewaffenprogramms aus der ​Ära des früheren Präsidenten Baschar al-Assad begonnen.

Dies sei die erste ‌derartige Zerstörung seit einem Jahrzehnt, erklärte die UNO-Beauftragte für Abrüstungsfragen, Izumi Nakamitsu, am Donnerstag vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Ein Team der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) habe die Zerstörung ​von 42 Bomben verifiziert. Die neue syrische Führung hatte im Mai ⁠weitere ⁠Reste des alten Programms entdeckt, darunter eine weitere Produktionsstätte, eine neu entdeckte Chemikalie zur Herstellung von Nervengas sowie ‌leere Munition und zwei Lagerstätten.

Assad hatte über ​Jahrzehnte ein ‌umfangreiches Chemiewaffenprogramm aufgebaut. Er war zwar der Chemiewaffenkonvention beigetreten und hatte die Vernichtung seines Arsenals angekündigt. Untersuchungen ergaben jedoch, dass seine Soldaten im Bürgerkrieg weiterhin ‌Sarin und Chlorgas eingesetzt haben. Dadurch wurden Tausende Menschen getötet oder verletzt.

Der syrische Uno-Botschafter erklärte zudem, Syrien bereite die ​erste Gerichtsverhandlung ‌gegen mutmaßliche Beteiligte an dem Chemiewaffenprogramm vor. ‌Die ​Behörden haben in diesem Jahr 18 Verdächtige festgenommen, darunter hochrangige Vertreter aus Militär, Politik ​und Technik.

In Syrien gibt es wohl noch mehr als 100 Lagerstätten für Chemiewaffen aus dem Arsenal der Assads – und damit viel mehr als bislang gedacht. Das hat die »New York Times« im vergangenen Jahr berichtet.

Die Stützpunkte sind demnach über das ganze Land verteilt und sollen sich teilweise auch in Höhlen befinden. Sie wurden zu Forschungszwecken genutzt, aber auch für die Produktion und Lagerung von C-Waffen. Das Assad-Regime hat sein Chemiewaffenprogramm in den Siebzigerjahren gestartet. Einige syrische Forscher hatten in der DDR ihr Wissen erlangt. Die Diktatur verfügte über Sarin, Chlor- und Senfgas.

dop/Reuters

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