Taliban untersagen alle Proteste in Afghanistan - angeblich wegen Belästigungen - DER SPIEGEL
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Angeblich wegen Belästigungen Taliban untersagen alle Proteste in Afghanistan

Es ist die erste offizielle Erklärung des neuen Innenministeriums in Kabul: Alle Demonstrationen in Afghanistan sind vorerst verboten. Bei Verstößen droht ernsthafte Strafverfolgung.
Demonstrantinnen in Kabul (am 8. September)
Demonstrantinnen in Kabul (am 8. September)

Demonstrantinnen in Kabul (am 8. September)

Foto: Marcus Yam / Los Angeles Times / Getty Images
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Die militant-islamistischen Taliban haben am Mittwoch vorerst alle weiteren Proteste in Afghanistan verboten. In der ersten offiziellen Erklärung des Innenministeriums nach der Regierungsbildung heißt es, niemand solle derzeit unter allen Umständen versuchen, Proteste zu organisieren. Bei Verstößen wird mit ernsthafter Strafverfolgung gedroht. Als Grund führten die Taliban an, dass in den vergangenen Tagen einige Menschen die öffentliche Ordnung gestört und Menschen belästigt hätten.

Zugleich gaben die Islamisten die Bedingungen für Proteste in der Zukunft vor. Demnach müssen Organisatoren vorab eine Genehmigung des Justizministeriums einholen. Mindestens 24 Stunden vorher müssten der Grund der Demonstration, Ort, Zeit und Slogans Justiz und Sicherheitsbehörden mitgeteilt werden.

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Die Taliban hatten in den vergangenen Tagen Demonstrationen mit Gewalt unterdrückt. Außerdem untersagten sie die Berichterstattung über die Proteste in den Medien. Frauen und Männer waren in der Hauptstadt Kabul und mehreren Provinzen unter anderem für Frauenrechte und Freiheit auf die Straße gegangen.

wal/dpa