Todd Lyons Interimschef der US-Einwanderungsbehörde ICE gibt Ende Mai Posten auf
Todd Lyons bei seiner Anhörung im Kongress: »Ein hervorragender Leiter der ICE«
Foto: Kent Nishimura / REUTERSDer amtierende Direktor der US-Einwanderungsbehörde ICE, Todd Lyons, gibt seinen Posten Ende Mai auf. Lyons sei »ein hervorragender Leiter der ICE« gewesen, erklärte Heimatschutzminister Markwayne Mullin am Donnerstag. Er wünschte ihm viel Glück für seine weitere Karriere in der Privatwirtschaft.
US-Präsident Donald Trump hatte Lyons im März 2025 zum Interimsdirektor der Einwanderungsbehörde ernannt. Mullin, der Ende März die Nachfolge der umstrittenen Heimatschutzministerin Kristi Noem angetreten hatte, nannte weder einen Grund für Lyons’ Rücktritt, noch äußerte er sich zu dessen Nachfolge.
Kritik an »Gestapo«-Methoden
Bereits im Februar war Todd Lyons zunehmend unter Druck geraten. Anlass waren Berichte über ein besonders hartes Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE. Bei einer Anhörung im Kongress sah sich Lyons scharfer Kritik von demokratischen Abgeordneten ausgesetzt, die den Einsatz seiner Behörde teils mit »Gestapo«-Methoden verglichen. Lyons wies diese Vorwürfe entschieden zurück und verteidigte den Kurs der Regierung unter Präsident Donald Trump, insbesondere die verschärfte Abschiebepolitik.
Während Republikaner Lyons den Rücken stärkten und den Demokraten vorwarfen, durch eine zu liberale Migrationspolitik selbst zur Eskalation beigetragen zu haben, verschärfte sich der politische Ton weiter. Lyons selbst machte neben gewählten Amtsträgern auch Demonstranten für eine zunehmende Radikalisierung der Debatte verantwortlich, die aus seiner Sicht die Sicherheit seiner Beamten gefährde. Zugleich kündigte er an, die Einsätze der ICE, vornehmlich in demokratisch regierten Städten, noch auszuweiten.
Unter Trump haben die Einwanderungsbehörden eine beispiellose Kampagne zur Abschiebung von Millionen Einwanderern ohne gültigen Aufenthaltstitel gestartet. Das Vorgehen der Einsatzkräfte hat in den USA massive Proteste ausgelöst – besonders nach den tödlichen Schüssen auf die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti im Januar.