US-Todesstrafe: Erzbischof warnt katholische Soldaten vor Live-Erschießung von Nidal Hassan - DER SPIEGEL
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Geplantes Livestreaming Erzbischof des US-Militärs warnt katholische Soldaten vor öffentlicher Erschießung von Nidal Hassan

Sollte man die Hinrichtung eines Mannes im Rollstuhl in die ganze Welt übertragen? Erzbischof Timothy Broglio hält die Pläne von Pete Hegseth für fatal.
US-Erzbischof Timothy Broglio
US-Erzbischof Timothy Broglio

US-Erzbischof Timothy Broglio

Foto: Stephanie Scarbrough / AP

Erzbischof Timothy Broglio  ist für die Seelsorge katholischer Angehöriger des US-Militärs zuständig. In dieser Funktion hat er die geplante Liveübertragung einer Hinrichtung durch ein Erschießungskommando scharf kritisiert.

Zugleich forderte er katholische Soldaten dazu auf, sich von einem möglichen Einsatz bei der Hinrichtung des verurteilten Attentäters Nidal Hasan entbinden zu lassen. Eine solche Aufgabe widerspreche der Lehre der katholischen Kirche, so Broglio am Montag.

Hasan soll am 3. Dezember durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Der ehemalige Militärpsychiater war wegen der Tötung von 13 Menschen bei einem Anschlag im Jahr 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas verurteilt worden.

Liveübertragung der Hinrichtung

Mit seiner Stellungnahme schloss sich Broglio anderen katholischen Vertretern an, die sich gegen die Todesstrafe und die geplante Übertragung der Hinrichtung ausgesprochen haben. Er selbst hatte die Trauerfeier für Michael Grant Cahill geleitet, den einzigen Zivilisten, der bei dem Anschlag ums Leben kam.

Die Tat Hasans sei abscheulich gewesen, so Broglio. Dennoch stellte er die Frage, welchem Zweck es diene, die Öffentlichkeit mit Bildern seiner Hinrichtung zu konfrontieren.

Das US-Militär genieße weltweit grundsätzlich einen guten Ruf, so der Erzbischof. »Gibt es wirklich einen Nutzen darin, das Militär mit Terroristen in einen Topf zu werfen, indem man die Hinrichtung eines Mannes im Rollstuhl in die ganze Welt überträgt?«, fragte er.

dtt/AP

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