Verdacht auf schwere Körperverletzung Britischer Rechtsextremist Tommy Robinson offenbar in London festgenommen
Tommy Robinson im Jahr 2024
Foto: Chris J Ratcliffe / REUTERSDer rechtsextreme und islamfeindliche Aktivist Stephen Yaxley-Lennon, bekannt als Tommy Robinson, ist offenbar am Londoner Flughafen Luton festgenommen worden. Das berichten britische Medien, darunter die BBC und der »Guardian« . Demnach steht die Festnahme im Zusammenhang mit einem Angriff in London am 28. Juli.
In den sozialen Medien kursierte ein Video von diesem Tag, das Robinson neben einem regungslosen Mann am Bahnhof St Pancras in der britischen Hauptstadt zeigt. Der Mann liegt bäuchlings auf dem Boden und wirkt verletzt. Robinson ist zu hören, wie er behauptet, aus Notwehr gehandelt zu haben.
Flucht nach Teneriffa
Die British Transport Police (BTP), die in Großbritannien für den Schienenverkehr zuständig ist, habe Robinson befragen wollen. Dieser sei am Dienstag vergangener Woche aber aus Großbritannien ausgereist. Nun sei ein 42 Jahre alter Mann aus der Grafschaft Bedfordshire festgenommen worden, der zuvor mit dem Flugzeug aus der portugiesischen Stadt Faro zurück nach London gereist war. Den Medienberichten zufolge handelt es sich um Robinson.
»Der Mann wurde zum Verhör gesucht, nachdem er in den frühen Morgenstunden des 29. Juli nach dem Vorfall in St Pancras das Land in Richtung Teneriffa verlassen hatte«, heißt es in einer Mitteilung der BTP . Es bestünde der Verdacht der schweren Körperverletzung. Demnach befindet sich der Mann in Gewahrsam.
Nach dem Angriff in St Pancras hatte die BTP von einem Vorfall mit »schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen« gesprochen. Der Verletzte wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen. Dem »Guardian« zufolge geht die BTP davon aus, dass er das Opfer ist, nicht der Täter.
Robinson gilt als Großbritanniens bekanntester Rechtsextremer und wurde als Gründer und ehemaliger Leiter der English Defense League, einer rechtspopulistischen Organisation, bekannt. Bis Ende Mai saß er in Haft, weil er trotz gerichtlicher Unterlassungsverfügung falsche Behauptungen über einen syrischen Geflüchteten verbreitet hatte.