Krieg in der Ukraine Atomkraftwerk Saporischschja verliert letzte externe Stromleitung
Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine: Russland hatte das Kraftwerk in den ersten Wochen des Krieges besetzt
Foto: Alexander Polegenko / ZUMA Press / IMAGODas Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine hat die letzte externe Stromleitung verloren. Grund dafür ist die Beschädigung einer Hochspannungsleitung. Das von Russland kontrollierte Kraftwerk ist nun auf Notstromdieselgeneratoren umgeschaltet.
»Das Kraftwerkspersonal überwacht die Betriebsparameter der Anlagen. Alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des sicheren Betriebs der Blöcke werden in vollem Umfang ergriffen«, erklärte die von Moskau eingesetzte Leitung und fügte hinzu, dass die Strahlungswerte normal seien.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte auf der Plattform X mit: »Ein Versuch, die Leitung manuell wiederherzustellen, schlug fehl. Aufgrund der anhaltenden militärischen Aktivitäten können die Techniker derzeit die Ursache des Ausfalls nicht ermitteln.« Einer ersten Einschätzung zufolge befindet sich die Schadensstelle am nördlichen Ufer des Dnipro.
The IAEA has been informed that the 330 kV Ferosplavna-1 power line at the Zaporizhzhya NPP – the plant’s only remaining off-site power line - was disconnected at 00:44 local time today resulting in a new loss of off-site power. The location of the damage to the line was… pic.twitter.com/U5WemCPB0b
— IAEA - International Atomic Energy Agency ⚛️ (@iaeaorg) August 20, 2026
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Das Kraftwerk, das mit sechs Reaktoren das größte Europas ist, produziert selbst keinen Strom, benötigt jedoch Strom aus zwei externen Verbindungen, um den Kernbrennstoff zu kühlen.
Russland hatte das Kraftwerk in den ersten Wochen des Krieges, der 2022 begann, besetzt. Seitdem werfen sich Moskau und Kyjiw regelmäßig gegenseitig militärische Aktionen vor, die die nukleare Sicherheit gefährden.
Klitschko: Zwölf Tote nach russischen Angriffen auf Kyjiw
Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens zwölf Menschen getötet worden. Klitschko nannte am Morgen nach den nächtlichen Attacken mehrfach eine höhere Zahl der Toten. Die Beseitigung der Folgen dauere an, sagte er. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten. Im Gebiet Kyjiw meldeten die Behörden nach den Angriffen einen Toten und sieben Verletzte.
Russland setzte bei den Luftschlägen zuletzt verstärkt ballistische Raketen ein – in dem Wissen, dass die Ukraine täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen beklagt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Angriff. In Kyjiw seien Rüstungsbetriebe und Lager für Munition und Drohnen getroffen worden. (Mehr zu dem Thema lesen Sie hier.)
Nach Behördenangaben kam es zu mehreren Bränden und Stromausfällen. Auch Wohnhäuser, darunter ein Hochhaus, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule seien getroffen worden, teilten die Behörden mit.
»Der morgige Tag, der 21. August, wird in Kyjiw zum Tag der Trauer erklärt. Zum Gedenken an die Opfer des massiven Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt«, teilte der Bürgermeister bei Telegram mit . An diesem Tag sollen die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf halbmast gesetzt werden. Außerdem empfahl Klitschko, in der Hauptstadt mit den Flaggen an staatlichen und privaten Gebäuden ebenso zu verfahren.
Selenskyj kritisiert gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem massiven kombinierten Angriff mit verschiedenen Raketentypen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Russen hätten sich lange darauf vorbereitet, um »die zivile Infrastruktur so stark wie möglich zu beschädigen«. Es gebe auch Zerstörungen in den Regionen Odessa und Tschernihiw.
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Löchrige Flugabwehr: Fehlende Patriot-Raketen sind Kyjiws größte SchwachstelleVon Georg Fahrion6 Min
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Die Gewalt im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eskalierte zuletzt deutlich mit einer steigenden Zahl von Opfern in der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten. Die Kriegsparteien setzen immer schnellere, schlagkräftigere und weitreichende Waffen ein. Auch Russland meldete erneut Hunderte ukrainische Drohnenschläge. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtet, es seien im Anflug auf die Hauptstadt 250 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Zu möglichen Opfern oder Schäden machte er keine Angaben.