Ukraine-Krieg: Viele Opfer bei russischer Attacke auf Bus - DER SPIEGEL
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Angriff auf Kramatorsk Viele Opfer bei russischer Attacke auf ukrainischen Bus

Mindestens 33 Menschen sind tot, weitere 18 verletzt: Ein russischer Angriff auf Kramatorsk hat ukrainischen Behörden zufolge einen Bus zerstört. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen.
Zerstörung in Kramatorsk nach russischen Angriffen im September 2026
Zerstörung in Kramatorsk nach russischen Angriffen im September 2026

Zerstörung in Kramatorsk nach russischen Angriffen im September 2026

Foto: Cameron Jones-Manley / ZUMA Press / IMAGO

Russland hat bei einer Attacke auf die Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine Berichten zufolge einen Bus getroffen. Mindestens 33 Menschen seien getötet worden, teilen die Behörden mit. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden. Die Zahl der Opfer könne sich noch erhöhen.

Der ‌Angriff traf den Angaben zufolge eine Straße in Kramatorsk, auf der zu diesem Zeitpunkt zwei Linienbusse unterwegs waren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer Bushaltestelle.

Wadym Filaschkin, Gouverneur der Oblast Donezk, postete bei Telegram Fotos  eines brennenden Busses und von Trümmern. Offenbar leblose Körper sind auf dem Bild verpixelt. »Russland kommt mit dem Tod auf ukrainischen Boden. Es greift unsere Städte an, tötet unsere Menschen und verübt täglich mehr Verbrechen«, schreibt Filaschkin: »Dafür gibt es keine Rechtfertigung.«

Filaschkin rief die noch im Gebiet Donezk verbliebenen Menschen dazu auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen. Trotz der Evakuierungsappelle weigern sich immer wieder viele Bewohnerinnen und Bewohner, ihr Hab und Gut zurückzulassen.

Russland hat sich bislang nicht zu den Berichten geäußert. Moskau bestreitet, gezielt Zivilisten zu ⁠beschießen.

Auch in anderen Landesteilen ‌gab ​es erneute Luftangriffe. In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw starben nach Angaben des Bürgermeisters Vitali Klitschko drei Menschen. ​Weitere 14 Menschen seien verletzt ⁠worden. In Kyjiw und in einigen Landkreisen im Umland sei der Strom notfallmäßig abgeschaltet worden, teilt Vizeenergieminister Artem Nekrassow auf Telegram mit. Der russische Beschuss habe Anlagen beschädigt, es gebe Spannungsabfälle im Hochspannungsnetz. Für die Millionenstadt bedeutete dies, dass in einigen Teilen auch die Pumpen der Wasserversorgung ausfielen.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Großstadt in der Region Donezk. Die Stadt, in der vor Beginn des russischen Angriffskriegs 150.000 Menschen lebten, ist für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte an der Front von großer Bedeutung.

Bei einem der schwersten russischen Luftangriffe auf die Ukraine waren am Mittwoch nach ukrainischen Angaben mindestens 32 Menschen getötet und 100 weitere ​verletzt worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem der »niederträchtigsten Angriffe«. Die schwersten Verluste gab es in der Stadt Pryluky ‌in der nördlichen Region Tschernihiw, wo eine russische Rakete ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte. Regionalgouverneur Wjatscheslaw Tschaus zufolge starben dort 20 Menschen, darunter fünf Kinder.

Selenskyj wies darauf hin, dass die Angriffe mit dem Geburtstag des ‌russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenfielen. »Das ist die ​Art von Geburtstagsgeschenk, das Putin sich selbst ‌gemacht hat: die Tötung von Kindern, die Tötung von Menschen«, ‌sagte er ​in seiner abendlichen Videoansprache.

Während Kyjiw bombardiert wird, plant Trumps Ex-Anwalt Ölgeschäfte mit Russland. Mehr dazu lesen Sie hier. 

ptz/AFP/Reuters