Untergang im Asowschen Meer Russischer Frachter sinkt nach mutmaßlichem Drohnenangriff
Krimbrücke bei Kertsch
Foto:Dmitry Makeev / Sputnik / IMAGO
Im Asowschen Meer ist nach Angaben russischer Besatzungsbehörden ein mit Getreide beladener Frachter gesunken. Mindestens ein Seemann sei gestorben, zwei Männer würden noch vermisst, teilte der von Moskau eingesetzte Chef des Gebiets Cherson, Wladimir Saldo, bei Telegram mit. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete unter Berufung auf eigene Quellen, dass das Schiff von einer Drohne getroffen worden sei. Es gebe insgesamt zwei Tote.
Das Schiff vom Typ Wolgo-Balt habe Weizen an Bord gehabt, teilte Saldo weiter mit. Neun Mitglieder der Schiffsbesatzung hätten sich an die Küste des Gebiets Cherson retten können. »Den Seeleuten wird die notwendige medizinische und psychologische Hilfe zuteil.« Saldo veröffentlichte auch Fotos der Geretteten. »Die Umstände des Vorfalls werden derzeit geklärt, es laufen Ermittlungen«, so Saldo.
Die Ukraine hatte im Zuge des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieges die Kontrolle über ihren Teil des Asowschen Meeres verloren. Dennoch greift Kyjiw in den Gewässern immer wieder russische Schiffe an, in der Vergangenheit sanken bereits Ölfrachter.
Schwere Kämpfe in der Region
Der Weizenfrachter sank laut Medienberichten knapp 75 Seemeilen nördlich der Stadt Kertsch, die auf der von Russland schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim liegt. Die Ukraine wirft Moskau vor, Getreide in den besetzten Gebieten von Cherson von den Bauern zu stehlen, um es auf den Weltmärkten zu verkaufen.
Das Gebiet Cherson im Süden der Ukraine wird zum größten Teil von russischen Besatzern verwaltet, die gleichnamige Gebietshauptstadt aber steht unter Kontrolle Kyjiws. In der Region toben schwere Kämpfe.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung wurde die Entfernung zwischen der Stelle, an der das Schiff sank, und der Küste bei Kertsch mit 300 Seemeilen angegeben. Die Entfernung beträgt jedoch nur knapp 75 Seemeilen. Wir haben die entsprechende Passage korrigiert.