Uno-Generaldebatte Selenskyj bezeichnet Putin als »Patient null« der Kriegstreiberei
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen
Foto: Michael Kappeler / dpaIn der Uno-Generaldebatte in New York hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Weltgemeinschaft zu einer Eindämmung Russlands aufgerufen. In seiner Rede beschrieb er nicht nur die Last, die sein Land in mehr als viereinhalb Jahren des Moskauer Angriffskriegs tragen müsse. Russland unter Kremlchef Wladimir Putin bedrohe auch die Republik Moldau, Polen und die baltischen Staaten, warnte Selenskyj.
Moskau respektiere die Selbstständigkeit der Staaten im Südkaukasus und in Zentralasien nicht. Syrien und Länder in Afrika hätten leidvolle Erfahrungen mit russischer Brutalität gemacht. Nordkorea habe seine Militärtechnik in Kooperation mit Russland weiterentwickelt und werde zu einer größeren Gefahr für seine asiatischen Nachbarn, sagte er.
Selenskyj belegte Putin mit einem medizinischen Fachbegriff: »Er ist der Patient null, von dem die Idee des Krieges sich immer weiter verbreitet.« Durch ihn werde die Welt für alle anderen gefährlicher. »Deshalb muss der Patient null gestoppt werden, man muss ihm den Raum nehmen, zu handeln und das Böse zu verbreiten.«
Selenskyj sagte, sein Land sei auf Hilfe angewiesen und benötige vor allem dringend Flugabwehrwaffen. Zugleich beschrieb er die Fortschritte der Ukraine bei Drohnentechnik, die nun mit Partnern geteilt würden. »Es geht nicht einfach darum, Drohnen zu verkaufen. Es geht um Kooperation mit anderen Ländern, um ein modernes integriertes Verteidigungssystem gegen die Drohnengefahr in der Luft, zu Wasser und an Land zu schaffen.«
Genauso kooperiere Kyjiw mit internationalen Partnern bei der Entwicklung einer Raketenabwehr im Projekt Freyja. Die Ukraine werde trotz des Krieges zu einem Garanten von Sicherheit.