US-Präsidentschaftswahl Trump will Impfgegner Kennedy das Thema Kindergesundheit anvertrauen
Robert F. Kennedy Jr. war viele Jahre Demokrat, heute unterstützt er Donald Trump
Foto: Evan Vucci / AP / dpaDonald Trump will im Falle seiner Wahl zum US-Präsidenten den bekannten Impfgegner Robert F. Kennedy Jr. mit einer Rolle in der Gesundheitspolitik betrauen. Er werde »die besten Köpfe« inklusive Kennedy mit der Verbesserung der Kindergesundheit beauftragen, sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt im besonders umkämpften Bundesstaat Pennsylvania. Ziel sei, die Zahl der Krebs- und Depressionserkrankungen sowie Suizide von Kindern binnen vier Jahren zu halbieren. Trump sagte nicht, wie das erreicht werden solle – und machte auch keine Angaben dazu, welche Position genau für Kennedy vorgesehen sei.
»Kontrolle« über das Gesundheits- und Agrarministerium
Kennedy hatte zuvor laut einem Medienbericht vor seinen Anhängern verkündet, dass Trump ihm die »Kontrolle« über das Gesundheitsministerium und das Agrarministerium zugesagt habe. Er wolle die Amerikaner unter anderem durch eine Abkehr vom flächendeckenden Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft gesünder machen, sagte Kennedy dem Sender CNN zufolge. Es wäre nicht das erste Mal, dass Trump Kennedy einen Posten verschafft – wenn mutmaßlich auch einen deutlich größeren. Im Jahr 2017 ernannte er ihn trotz Kritik von Wissenschaftlern zum Leiter eines Gremiums zur Überprüfung von Impfstoffen.
Kennedy war bei der Präsidentenwahl zunächst als unabhängiger Bewerber angetreten – zog seine ohnehin aussichtslose Kandidatur dann aber zurück und wechselte ins Trump-Lager, welches er ansonsten wertvolle Stimmen hätte kosten können. Er stammt aus der prominenten Kennedy-Familie und war jahrzehntelang Demokrat – entfernte sich dann aber zunehmend von der Partei. Der erklärte Impfgegner wird nicht nur von Demokraten, sondern auch von Mitgliedern seiner Familie häufig kritisiert wegen der Verbreitung von Verschwörungstheorien und Kontakten zu rechtsextremen Politikern.
Während der Coronapandemie hatte er die Abstandsregeln und Impfstoffmandate kritisiert. Auf einer Kundgebung 2022 in Washington behauptete er außerdem, die Amerikaner hätten während der Pandemie weniger Freiheiten gehabt als die Juden in Nazideutschland. Später entschuldigte er sich für seine Äußerungen.