Graham Platner: US-Demokraten drängen ihn wegen Vergewaltigungsvorwürfen zum Rückzug - DER SPIEGEL
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Graham Platner US-Demokraten drängen Senatskandidaten wegen Vergewaltigungsvorwürfen zum Rückzug

Graham Platner gilt als Hoffnungsträger der Demokraten bei den Senatswahlen im November. Immer wieder trübten Skandale seinen Erfolg. Nun sind neue Vorwürfe bekannt geworden, die sein politisches Ende bedeuten könnten.
Demokratischer Senatskandidat Graham Platner bei einem Town Hall Meeting im US-Bundesstaat Maine (7. Juni 2026)
Demokratischer Senatskandidat Graham Platner bei einem Town Hall Meeting im US-Bundesstaat Maine (7. Juni 2026)

Demokratischer Senatskandidat Graham Platner bei einem Town Hall Meeting im US-Bundesstaat Maine (7. Juni 2026)

Foto:

Brian Snyder / REUTERS

Nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen den prominenten demokratischen US-Senatskandidaten Graham Platner  haben führende Vertreter seiner Partei auf Platners Rückzug gedrängt. Die Anschuldigungen gegen den Politiker aus dem US-Bundesstaat Maine seien »unglaublich verstörend – Gewalt, Missbrauch und sexuelle Übergriffe sind völlig inakzeptabel«, erklärten der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, und die Vorsitzende des Senats-Wahlkomitees, Kirsten Gillibrand, am Montag (Ortszeit). Platner müsse sich zurückziehen und Platz für eine neue Kandidatur machen.

Der 41-Jährige war im Juni bei der Vorwahl für die Kongresswahlen im November als Herausforderer für die amtierende republikanische Senatorin Susan Collins bestimmt worden. Er galt bislang als Hoffnungsträger. Der Ex-Elitesoldat und Austernzüchter wurde von prominenten Demokraten des linken Flügels unterstützt, darunter vom langjährigen Senator und früheren Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders.

Platner weist Vorwürfe zurück: »Beunruhigend, schwerwiegend und falsch«

Zunächst berichtete »Politico«  über den Vorwurf einer 41-jährigen früheren Bekannten Platners, dass er sie im Jahr 2021 zum Sex gezwungen habe. Er sei unaufgefordert und betrunken in ihr Haus gekommen und habe sich an ihr vergangen. Die Betroffene bekräftigte ihren Vorwurf auch in einem TV-Interview beim Sender CNN .

Platner wies die Anschuldigungen in einem Video auf der Plattform X  zurück und bezeichnete diese als »beunruhigend, schwerwiegend und falsch«. Er werde sich jetzt Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was das Beste für den US-Bundesstaat Maine sei.

Platner war wegen seines steilen politischen Aufstiegs und seiner unverblümten Ansagen an das Establishment schon mit dem republikanischen Präsidenten Donald Trump verglichen worden. Bereits in der Vergangenheit war er wegen mehrerer mutmaßlicher Verfehlungen in die Schlagzeilen geraten. Der »New York Times« sagte Platner, er habe sich »viel zu oft mit Alkohol selbst behandelt« und sei »weit davon entfernt, ein perfekter Freund« in einer Beziehung zu sein.

Mehr über den Populisten der US-Demokraten lesen Sie hier .

jmm/AFP