Florida verzeichnet größten Denguefieber-Ausbruch seit Jahrzehnten - DER SPIEGEL
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Südosten der USA Florida verzeichnet größten Denguefieber-Ausbruch seit Jahrzehnten

In Florida hat sich die Stechmücke ausgebreitet, die das Denguefieber übertragen kann. In dem US-Bundesstaat gibt es nun auffällig viele Infizierte und eine Tote.
Mücke der Art Aedes aegypti, auch Gelbfiebermücke, Denguemücke oder Ägyptische Tigermücke genannt
Mücke der Art Aedes aegypti, auch Gelbfiebermücke, Denguemücke oder Ägyptische Tigermücke genannt

Mücke der Art Aedes aegypti, auch Gelbfiebermücke, Denguemücke oder Ägyptische Tigermücke genannt

Foto: Felipe Dana / AP

In Florida ereignet sich derzeit der wohl größte Denguefieber-Ausbruch, der in mehreren Jahrzehnten auf dem US-Festland stattfand. In dem Bundesstaat wurden laut der US-Gesundheitsbehörde CDC in diesem Jahr bereits fast 250 lokal übertragene Fälle gemeldet. Damit sind Infektionen gemeint, die nicht im Zusammenhang mit einer Reise stehen. Hinzu kommt eine etwa gleich große Anzahl von Infektionen bei Reiserückkehrern.

Besonders betroffen ist US-Medienberichten zufolge Hillsborough County. Das an der Westküste des Bundesstaats liegende Verwaltungsgebiet, dessen Hauptstadt Tampa ist, hat aufgrund der hohen Fallzahlen Ende September den Notstand ausgerufen. Anfang des Monats ist der Nachrichtenagentur AP zufolge eine ältere mit dem Denguevirus infizierte Frau in Florida gestorben.

Das Denguefieber ist eine Infektionskrankheit, die durch eine bestimmte Art Stechmücken übertragen wird: die Aedes aegypti, auch Gelbfiebermücke, Denguemücke oder Ägyptische Tigermücke genannt. Bei drei von vier Betroffenen zeigen sich dabei laut dem Robert Koch-Institut (RKI) keine oder nur milde Symptome.

Ein sehr kleiner Teil der Erkrankten erleide jedoch einen schweren Verlauf, der sich drei bis sieben Tage nach Auftreten der ersten Symptome ankündigen könne. In diesen Fällen komme es unter anderem zu starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, schneller Atmung, blutenden Schleimhäuten, Erschöpfung und im schlimmsten Fall zu einer Schocksymptomatik. Bei einer Erstinfektion seien schwere Verläufe sehr selten. Bei Zweitinfektionen hingegen sei das Risiko dafür deutlich erhöht.

Denguemücken breiten sich aus

Lange fand man den Tropenerreger in den USA vor allem bei Menschen, die von internationalen Reisen wiederkamen. Experten zufolge ändert sich das, weil sich die Denguemücke weiter verbreitet.

»Die Auswirkungen des Klimawandels mit Temperaturanstiegen, häufigeren Hitzewellen und Überflutungsereignissen führen dazu«, schreibt das RKI. Vektoren – also Lebewesen, die Krankheitserreger von einem infizierten Wirt auf einen anderen Organismus übertragen, ohne dabei selbst zu erkranken – könnten sich auch außerhalb der bekannten tropischen und subtropischen Endemiegebiete an neue Umweltbedingungen anpassen. Das Denguevirus habe sich in den vergangenen Jahren geografisch weiter ausgebreitet. »Inzwischen treten Erkrankungen auch sporadisch in bislang nicht endemischen Ländern auf.«

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Besonders im Süden Floridas gebe es inzwischen viele Mücken der Art Aedes aegypti, sagt Michael Johansson, Epidemiologe an der Northeastern University, in einem Bericht des US-Magazins »Time«. Seiner Einschätzung nach gibt es einen einfachen Grund, warum sich das Denguefieber nicht schon stärker verbreitet hat: Viele Menschen hielten sich in Florida tagsüber in klimatisierten Räumen auf. Die Mücken sind vor allem tagaktiv.

Neben Florida waren in der Vergangenheit auch andere US-Bundesstaaten von höheren Fallzahlen betroffen, etwa Hawaii. Auf dem Festland jedoch hat es Verantwortlichen der US-Gesundheitsbehörden zufolge seit den Vierzigerjahren nicht so viele Menschen gegeben, die sich innerhalb eines Kalenderjahres vor Ort – und nicht bereits auf einer Reise – infiziert haben. Dies legten die verfügbaren Informationen nahe, auch wenn die Daten für Dengue-Ausbrüche beschränkt seien.

Wie schützt man sich auf Reisen vor Dengue?

Die Zahl der nach Deutschland importierten Dengue-Fälle lag im Jahr 2025 und im ersten Halbjahr 2026 unter der der Vorjahre, wie das RKI mitteilt. Reisende aus Deutschland infizierten sich am häufigsten in Süd- und Südostasien sowie in Süd- und Mittelamerika.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, ist konsequenter Mückenschutz des ganzen Körpers geboten. Gesundheitsexperten raten: Mückenspray nicht nur auf der Haut verwenden, sondern auch die möglichst langärmelige Kleidung damit imprägnieren.

In Teilen Deutschlands breitet sich laut dem RKI die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) aus, die ein potenzieller Vektor für Chikungunya-, Dengue- und Zikaviren ist. Zudem zirkuliert seit mehreren Jahren das von heimischen Stechmücken (Culex) übertragene West-Nil-Virus (WNV).

In Berlin hat sich das West-Nil-Virus etabliert. Auch andere von Stechmücken übertragene Erreger breiten sich in Deutschland aus. Was Sie jetzt über die Risiken wissen müssen .

jus/AP