USA streichen Impfplan für Kinder zusammen - DER SPIEGEL
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Gefährliche Kehrtwende USA streichen Impfplan für Kinder zusammen

Die Kommission, die vom bekannten Impfskeptiker und US-Gesundheitsminister Kennedy beauftragt wurde, will Impfungen aus der bisher routinemäßigen Kindervorsorge streichen. Mediziner warnen vor den Folgen.
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.

Foto: Aaron Schwartz / ABACAPRESS / IMAGO

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat den staatlichen Impfplan für Kinder deutlich verändert. Wie das Gesundheitsministerium in Washington mitteilt, wird die Zahl der allgemein empfohlenen Impfungen reduziert.

Mehrere Impfstoffe, darunter gegen Rotaviren und Influenza, werden künftig nicht mehr als Standardimpfungen für alle Kinder empfohlen. Die Vakzine bleiben zwar verfügbar, sollen aber nur noch bei besonderen Risiken oder nach individueller ärztlicher Beratung eingesetzt werden. Bislang galten sie als fester Bestandteil der routinemäßigen Kindervorsorge.

Fachleute reagieren mit scharfer Kritik: Die Entscheidung widerspreche jahrzehntelangen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wirksamkeit von Impfprogrammen. Routineimpfungen hätten maßgeblich dazu beigetragen, gefährliche Infektionskrankheiten stark zurückzudrängen.

Impfkritiker als Gesundheitsminister

Initiiert wurde die Reform von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der die zuständige Impfkommission mit der Überprüfung der seit mehr als 30 Jahren bestehenden Empfehlungen beauftragt hatte. Kennedy gilt als prominenter Impfkritiker. Er hatte in der Vergangenheit wiederholt einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus behauptet – ein Zusammenhang, für den es nach übereinstimmender Einschätzung der Wissenschaft keine Belege gibt.

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Hintergrund der Entscheidung ist eine wachsende Impfskepsis in Teilen der US-Bevölkerung. Experten warnen vor den Folgen: Bereits jetzt erleben die USA den schwersten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren, mit mehr als 2000 gemeldeten Fällen im Jahr 2025.

Zwar sind Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln in vielen Bundesstaaten Voraussetzung für den Schulbesuch. Doch zahlreiche Ausnahmeregelungen – etwa aus religiösen Gründen – erlauben Eltern, ihre Kinder von der Impfpflicht zu befreien.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, die USA erlebten den schwersten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren mit mehr als 1400 gemeldeten Fällen in diesem Jahr. Es waren jedoch über 2000 Fälle im vergangenen Jahr. Wir haben den Fehler korrigiert.

dtt/AFP

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