Drosselung des Satellitensystems US-Senatoren drängen parteiübergreifend auf Untersuchung des Starshield-Vorfalls
US-Senatorin Shaheen bei einer Pressekonferenz in Dänemark im Januar 2026
Foto: Ida Marie Odgaard / Ritzau Scanpix Foto / APDemokratische sowie republikanische US-Senatorinnen und -Senatoren haben mehr Informationen über die Drosselung des US-Satellitensystems Starshield in der Ukraine gefordert. Neun Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat – darunter vier Republikaner – unterzeichneten einen Brief an den Generalinspekteur des Pentagon, wie der Senatsausschuss mitteilte .
Starshield ist die militärische Variante von Starlink. Das Satellitenkommunikationssystem wird von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX angeboten. Die ukrainische Armee nutzt es etwa, um Drohnen zu steuern. Nach ukrainischen Angaben war in der Nacht zum Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit eingeführt worden. Drohnen verloren demnach ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegten. Weitreichende ukrainische Drohnen fliegen jedoch mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Sie konnten durch die Drosselung nicht mehr aus der Ferne gesteuert werden.
Die Anweisung für die Starshield-Geschwindigkeitsbegrenzung soll laut der Nachrichtenagentur Reuters wohl aus dem Weißen Haus gekommen sein. Wer die Entscheidung traf, ist weiterhin unklar. US-Präsident Trump habe die Anweisung nicht erteilt, ließ das Weiße Haus lediglich wissen.
In ihrem Brief fordern die Senatorinnen und Senatoren, es müsse untersucht werden, ob US-Beamte der Unterbrechung von Starshield zugestimmt hätten oder vorab darüber informiert gewesen seien.
Sie argumentieren, dass die Starshield-Einschränkung auch US-Bürger gefährde, etwa US-Diplomaten oder -Militärangehörige. »Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die grundlegende Pflicht, amerikanisches Personal im Ausland zu schützen«, heißt es in dem Schreiben.
Rund zwei Wochen vor den Kongresswahlen nutze Trump die Ukraine als »Sündenbock« für die hohen Energiepreise, sagte die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen aus New Hampshire in einem Interview mit der britischen BBC. Auch sie gehört zu den Unterzeichnerinnen des Briefs.
Die Stimmung zwischen US-Präsident Donald Trump und Selenskyj hat sich zuletzt dramatisch verschlechtert . Der US-Präsident hatte sogar die Ablösung seines ukrainischen Kollegen gefordert. Trump behauptet, Selenskyj sperre sich gegen ein Friedensabkommen und sei durch die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien für die hohen Dieselpreise verantwortlich. Der tatsächliche Grund für die hohen Kosten sei jedoch der Irankrieg, sagte Shaheen.
Mal läuft Starlink, mal nicht: Amerikanische Satelliten und Geheimdienstinformationen sind zentral für die Verteidigung gegen russische Angriffe. Wo Ukrainer und Europäer aufgeholt haben und wo sie hinterherhinken. Wie abhängig die Ukraine von den USA und von Elon Musk ist, lesen Sie hier .