60 deutsche Autos Der Opel Rekord C
Opel Rekord C: Der erste Opel in Millionenauflage
Zur Premiere des neuen Rekords im Herbst 1966, bat Opel in die Nachbarschaft, ins 30 Kilometer entfernt von Rüsselsheim gelegene Dudenhofen. Dort hatte das Unternehmen einige Monate zuvor ein neues Prüffeld eröffnet: Auf einer Fläche von 2,6 Millionen Quadratmetern schlängelten sich Teststrecken in einer Gesamtlänge von 32,2 Kilometern durch den Wald. Dazu gab es eine kreisrunde, knapp fünf Kilometer lange Schnellfahrbahn - quasi eine Endlossteilkurve. Jedenfalls pries Opel die Anlage als "modernstes und größtes Testzentrum seiner Art in Europa".
Der Schauplatz war also bestens geeignet, um eines der wichtigsten Autos der Marke zu präsentieren. Zumal der Rekord C nicht nur ein komplett neues Design aufwies, sondern auch ein vollkommen neues Fahrwerk. Statt der bislang üblichen hinteren Starrachse mit Blattfedern kam eine Fünf-Lenker-Hinterachse zum Einsatz und erstmals bei Opel auch Schraubenfedern. Dazu kam ein Zweikreis-Bremssystem mit Scheibenbremsen an den Vorderrädern - ebenfalls ein Novum.
Die Linienführung der Rekord-Karosserie orientierte sich an amerikanischen Straßenkreuzern. Große, klare Flächen prägten das Auto, ebenso die schwungvoll gewellte Schulterlinie unterhalb der Fenster und die dezent angedeuteten Flossen an allen vier oberen Ecken des Autos. In der Mitte der Motorhaube gab es eine Bügelfalte, der Kühlergrill war weit zwischen den beiden rechteckigen Frontscheinwerfern aufgespannt, und auf dem Dach trugen die feineren Versionen einen schwarzen Vinyl-Überzug.
Der Zweitürer mit 58-PS-Motor kostete 7590 Mark
Opel bot den Rekord C in neun Varianten und Ausstattungsversionen an: darunter als zwei- oder viertürige Limousine, als drei- oder fünftürigen Kombi, als dreitürigen Lieferwagen mit fensterlosem Fond sowie ab Frühjahr 1967 auch als Coupé. "Traumauto, zu dem auch die Vernunft rät", formulierten die Werber hölzern in der Anzeige für das Fließheckmodell. Doch wer sportlich und komfortabel unterwegs sein wollte, saß Ende der Sechziger tatsächlich oft in einem Rekord-Coupé. Oder gar in einem Cabrio, in das die Firma Karl Deutsch in Köln den Rekord verwandelte. Rund 4000 Mark kostete der Umbau; der günstigste Rekord übrigens wurde ab 7590 Mark verkauft.