Superbus: Flügeltüren und E-Motoren
Abgefahren Superbus schafft 250 Sachen
Wer in diesen Tagen die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover besucht (noch bis 30. September geöffnet), wird womöglich auf ein merkwürdiges Fahrzeug namens Superbus treffen. Es handelt sich um den Prototypen eines Projekts, das von der Technischen Universität Delft in Holland unter der Leitung von Professor Wubbo Ockels entwickelt wurde. Herzstück ist eben jener Superbus, 15 Meter lang aber nur 1,65 Meter hoch, der von vier Elektromotoren auf bis zu 250 km/h beschleunigt werden kann.
Das Fahrzeug bietet 23 Sitzplätze für Passagiere sowie einen Platz für einen Rollstuhlfahrer. Die Kabine für die Insassen ist üppig ausstaffiert und soll an die "Business-Class-Abteilung eines Flugzeugs" erinnern, wie die Entwickler sagen. Der Zustieg zu den Sitzplätzen erfolgt durch Flügeltüren, von denen je acht auf jeder Seite angeschlagen sind. Das Chassis des Superbusses besteht aus Karbon, die Karosserie ist aus Fiberglas gefertigt und die Scheiben aus Polycarbonat. Daher wiegt das Gefährt lediglich neuneinhalb Tonnen. Die vier Elektromotoren mobilisierten eine Dauerleistung von 405 PS, kurzzeitig sind sogar mehr als 800 PS abrufbar. Die Reichweite wird von den Verantwortlichen mit rund 210 Kilometern angegeben.
Die Idee des Superbus-Projekts besteht darin, Individual- und öffentlichen Verkehr miteinander zu verbinden. Indem durch intelligente Routingsysteme die Fahrgäste der einzelnen Superbusse so ausgewählt werden, dass sich für alle Beteiligten möglichst kurze, schnelle und effiziente Verbindungen ergeben.
Der dreiachsige Superbus kann auf ganz normalen Straßen fahren. Es wurde aber auch ein spezielles Leitsystem konstruiert, sozusagen eine Superbus-Spur, auf der das Gefährt automatisch gesteuert wird und Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h erreichen kann. Wie es heißt, ließe sich die dafür nötige Infrastruktur schnell und günstig auf bestimmten Strecken installieren. Falls das Superbus-Projekt sich durchsetzen sollte, könnte Busfahrer vielleicht doch wieder ein Wunschberuf vieler Jungs werden.