Präsidentschaftskandidatur von August Markl ADAC setzt auf das alte System
ADAC-Interimschef Markl: "Persönliche Planung noch einmal hinten anstellen"
Foto: Peter Kneffel/ dpaMünchen - August Markl, der kommissarische Präsident des ADAC, will seinen Chefposten behalten. Wie der Autoclub am Mittwoch mitteilte, wird Markl sich am 6. Dezember auf einer außerordentlichen Hauptversammlung des ADAC als Präsident zur Wahl stellen.
Der 66-Jährige, offiziell Erster Vizepräsident, war im Februar Interimschef geworden, nachdem der damalige ADAC-Chef Peter Meyer zurückgetreten war. Nach Bekanntwerden von massiven Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" im Januar 2014 war der Autoclub in eine tiefe Krise gerutscht und hatte daraufhin umfassende Reformen angekündigt. Markl sollte diese zunächst kommissarisch begleiten.
Zunächst war geplant, dass er bei einer ADAC-Hauptversammlung im Mai das Amt an einen Nachfolger übergibt. Kurz vor der Versammlung war dann bekannt geworden, dass Markl seine Amtszeit doch verlängert. Auf dem Treffen verkündete der ADAC dann, dass auf der außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember, spätestens aber im Mai 2015 auf der planmäßigen Tagung des Gremiums in Bochum der Führungsposten neu besetzt werde. Mit der angekündigten Kandidatur bricht Markl nun auch dieses Versprechen.
Beirat will Markl als Chef behalten
Das erneute Umschwenken erfolge auf "ausdrücklichen Wunsch" des ADAC-Beirats. Markl verkörpere "glaubwürdig, nachhaltig und konsequent wie kaum ein anderer die grundlegende Reformbereitschaft" des ADAC "sowie den unbedingten Willen zu einer positiven Veränderung", erklärte der Sprecher des Beirats, Jürgen Heraeus. Aus diesem Grund solle der 65-Jährige dem ADAC "für eine gewisse Zeit des Übergangs als gewählter Präsident Kontur verleihen" und die Reform des ADAC konsequent umsetzen.
Markl erklärte: "Ich fühle mich dem ADAC und seinem zutiefst solidarischen Grundgedanken von Hilfe, Rat und Schutz seit mehr als 40 Jahren so sehr verpflichtet, dass ich meine ursprüngliche persönliche Planung noch einmal hinten anstelle."
Ob der ADAC seinen Reformkurs mit dieser Personalie weiter vorantrieben wird, bleibt abzuwarten: Markl präsentiert das alte System des Clubs, er gehört seit 2011 dem Präsidium an. Die intransparenten Strukturen und fehlenden Kontrollen hatte somit auch er mitzuverantworten.