ADAC-Test Wenn Waldi zum Geschoss wird
München - Tiere werden im Auto am sichersten in einer Transportbox befördert. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Montag in München veröffentlichter ADAC-Test. Abzuraten ist demnach von der Fixierung von Hunden am Rücksitz mit einem Geschirr, das nicht stabil ausgeführt ist und zu viel Spiel hat.
Wenn ein Tier während der Autofahrt unzureichend gesichert werden, könnte es bei einem Unfall zueinem gefährlichen Geschoss werden: Ein 20 Kilogramm schwerer Hund hat laut ADAC bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h eine Aufprallwucht von mehr als einer halben Tonne.
Tödliche Verletzungen für das Tier und schwere Verletzungen für Herrchen oder Frauchen könnten die Folge sein. Außerdem riskiert der Fahrer den Angaben zufolge bei unzureichender Sicherung ein Verwarnungs- oder Bußgeld von 35 bis 50 Euro und eventuell Punkte in Flensburg.
Box nicht auf den Rücksitz stellen
Die Tester empfehlen, kleine Hunde und Katzen in einer Transportbox in den Fußraum hinter den Fahrer oder Beifahrer zu stellen, dadurch können sie nicht nach vorne katapultiert werden. Größere Tiere kommen ebenfalls in Transportboxen, die quer zur Fahrtrichtung und direkt an die Sitzlehne in den Laderaum gestellt werden. Der Laderaum sollte laut ADAC zusätzlich mit einem stabilen Trenngitter versehen sein. Dadurch werden Passagiere auf der Rückbank bei einem schweren Unfall noch besser geschützt. Abzuraten ist von einem Transport der Box auf dem Rücksitz.
Von einem Haltegeschirr, das am Rücksitz fixiert wird, rät der ADAC grundsätzlich ab. Im Test zerbrach der Karabinerverschluss des Geschirrs, und der Tierdummy schlug in die Lehne des Vordersitzes ein. Bedingt empfehlenswert sind den Angaben zufolge Geschirre mit breiten Gurten und Metallverschlüssen. Sie fixieren den Körper des Tieres rechts und links am Sitz. Bei dieser Befestigungsart müsse immer darauf geachtet werden, dass die Gurte fest gezurrt sind und kein Spiel nach vorne haben. Verankert wird das Geschirr entweder in den Gurtschlössern oder - falls vorhanden - mit einer Isofix- Verbindung.
Wer beim Kauf eines Tiersicherungssystems auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zu Modellen greifen, die durch ein Crashtestverfahren geprüft wurden. Der ADAC empfiehlt Produkte, die den Prüfnormen ECE R17, ECE R 126 oder DIN 75410-2 entsprechen.
abl/dpa/AFP