ADAC-Tunneltest Tunnel mit Tücken
Erstmals seit 1999 fiel mit dem "Kappelberg" auch ein deutscher Tunnel wieder durch den Test. Ein "sehr gut" erreichten drei Tunnel: der nach der Katastrophe von 1999 komplett sanierte Montblanc-Tunnel, der belgische "Cointe" und der holländische "Wijker". Alle drei kämen einem "perfekten" Tunnel schon sehr nahe, so die Experten.
Am schlechtesten schnitten die Anlagen "San Juan" in Spanien, "Løvstakken" in Norwegen, die Nord- und Südröhre des "Blackwall" in Großbritannien sowie der Testverlierer "Loibl" zwischen Kärnten und Slowenien ab. Laut der österreichischen Straßenbaubehörde sollen hier bis Ende nächsten Jahres umfangreiche Sanierungsmaßnahmen für mehr Sicherheit sorgen.
Im Vergleich der elf Länder hatten diesmal nur Belgien (zwei Tunnel), Tschechien (ein Tunnel) und die Niederlande (ebenfalls zwei) keine negativen Ausreißer.
Schon bei kleineren Unfällen sind die Folgen in einem Tunnel sehr viel schwieriger beherrschbar, als auf einer normalen Straße. Die Tester des ADAC und die Experten für Tunnelsicherheit der DMT (Deutsche Montan-Technologie) beanstandeten unter anderem fehlende Fluchtwege und lückenhaften Brandschutz, schlechte Lüftung und mangelhaftes Verkehrsmanagement sowie die unzureichenden Kommunikationsmittel.
Der aktuelle Test fand im Rahmen des internationalen Programms "EuroTest" statt. An diesem Programm beteiligen sich unter dem Dach von AIT & FIA (Alliance Internationale de Tourisme & Fédération Internationale de l´Automobile) insgesamt 14 Automobilclubs aus 13 Ländern. Laut ADAC will die EU-Kommission voraussichtlich noch in diesem Jahr ein Regelwerk mit international verbindlichen Mindeststandards für die Sicherheit von Straßentunneln verabschieden.