ADAC-Winterreifentest: Nur einer fiel durch - DER SPIEGEL
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ADAC-Winterreifentest Nur einer fiel durch

Wer bei Glätte mit den falschen Reifen unterwegs ist, riskiert nicht nur ein Bußgeld von bis zu 80 Euro, sondern auch seine Gesundheit. Doch welcher Pneu ist der beste? Der ADAC und die Stiftung Warentest haben 30 Kandidaten getestet. Ein Überflieger war nicht dabei, aber auch nur ein Ausfall.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Auch wenn die meisten wohl noch auf einen Altweibersommer hoffen, der nächste Winter kommt bestimmt. Das hat für Autofahrer Konsequenzen, denn seit Ende 2010 müssen sie bei Schnee, Schneematsch und Glatteis Winterreifen auf ihre Fahrzeuge aufziehen. Ansonsten droht ein Bußgeld von bis zu 80 Euro und Ärger mit der Versicherung, sollte es zu einem Unfall kommen. Wer beim ersten Schnee nicht vor leeren Regalen beim Händler stehen will oder neue Winterreifen braucht, sollte sich deshalb schon jetzt damit eindecken.

Der Reifenhandel ist der Zeit dabei ähnlich weit voraus wie die Lebensmittelbranche, die bereits Lebkuchen und Marzipan anbietet: Trotz des aktuell noch spätsommerlichen Wetters werben die Händler schon jetzt mit einer großen Auswahl. ADAC  und Stiftung Warentest  haben 30 Reifen ausprobiert - neun schnitten gut ab, nur ein Pneu fiel durch. Dabei waren die Preisunterschiede gering - bereits für 70 Euro pro Stück bekommt man ein mit "gut" bewertetes Modell. Von Ganzjahresreifen rieten die Prüfer ab, auch wenn sie die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien im Prinzip erfüllen.

Testverlierer war der 195 Millimeter breite Winterreifen Trayal Arctica - er "verursacht den höchsten Kraftstoffverbrauch, erzeugt ein lautes Geräusch und hat deutliche Schwächen auf Schnee und Eis. Außerdem schneidet er auf nasser Fahrbahn sehr schwach ab", kritisierten die Tester und vergaben die Note "mangelhaft". Im Handel kostet der Trayal Arctica nach Angaben des ADAC zwischen 50 und 89 Euro.

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ADAC-Winterreifentest: Neunmal die Note "gut"

Foto: ADAC

Zu dem Preis könnten Autofahrer auch einen Testsieger bekommen, erklärte der ADAC. Sechs Reifen derselben Größe seien "besonders empfehlenswert", alle mit durchweg ausgewogener Leistung. Trotzdem bleibt dem Käufer noch genügend Spielraum, einen Reifen nach seinen persönlichen Vorlieben zu wählen. Denn in den Teildisziplinen des Tests lieferten die Kandidaten sehr unterschiedliche Ergebnisse.

Bestnoten auf Nässe bekam der Goodyear UltraGrip8, auf Eis der Pirelli Winter 190 Snowcontrol Serie 3. Der Continental ContiWinterContact TS830 und der Semperit Speed-Grip2 überzeugten durch den geringsten Verbrauch, der Michelin Alpin A4 mit dem geringsten Verschleiß. Der Dunlop SP Winter Sport 4D überzeugte gleichermaßen in vielen Einzelkriterien. In der Größe 175 waren drei Winterreifen "gut": Continental ContiWinterContact TS800, Michelin Alpin A4 und Dunlop SP Winter Response.

Auch wenn die Test nicht das Prädikat "sehr gut" vergeben konnten, die Käufer haben eine große Auswahl: Insgesamt 18 Reifen waren "befriedigend". Nur zwei des Herstellers Falken bekamen die Note "ausreichend".

Die Ganzjahresreifen schnitten dagegen durchweg wenig überzeugend ab. Die Nässe-Eigenschaften waren im Großen und Ganzen zwar noch akzeptabel, Spurtreue und Haftung bei Schnee und Eis blieben dagegen deutlich hinter denen der Winterspezialisten zurück. Es sei ein Fehler, hier am falschen Ende zu sparen, warnt denn auch der ADAC. Dabei dürfte die Kombination von Winter- und Sommerreifen eigentlich gar nicht teurer sein - schließlich nutzt nur der jeweils in Betrieb befindliche Satz ab.

Eine Übersicht der detaillierten Testergebnisse finden Sie hier.

rom/dapd