Alfa Romeo 159 Fahren wie Alberto
Wenn es alleine nach der Optik ginge im Automobilgeschäft, dann hätte Alfa Romeo nur wenig Probleme. Doch obwohl ein rassiges Design durchaus hilfreich ist, müssen eben auch solide Technik, hohe Qualität, erstklassiger Service und ein starkes Image dazukommen, wenn ein Auto richtig erfolgreich sein soll. Beim Alfa Romeo 156 traf einiges davon zu, manches nicht so sehr - doch weil der Wagen so gut aussah, wurde er trotzdem zu einer Ikone: für eine neue Zeitrechnung bei Alfa.
Das ist nun schon ein Weilchen her, und die Wirkung ist allmählich verpufft. Lediglich 14.174 Neuwagen verkauften die Italiener im vergangenen Jahr in Deutschland. Das ist, gemessen an den Ansprüchen der Marke und an dem Hingucker-Potenzial der Autos, nicht gerade üppig. Vielleicht wird es nun besser, denn beim Genfer Salon enthüllt Alfa erstmals das neue Mittelklassemodell 159. Schon die Ziffer lässt aufmerken: In einem Alfa 159 gewann Alberto Ascari im Jahre 1951 die Formel-1-Weltmeisterschaft.
Nun, 54 Jahre später, ist davon keine Rede mehr. Doch imagemäßig zehrt Alfa Romeo noch immer von den früheren Erfolgen im Motorsport. Und so wurde auch das neue Auto so sportlich wie möglich positioniert. Alfa spricht von "der vielleicht konsequentesten Sportlimousine aller Zeiten". Es geht auch nüchterner: Der Wagen ist 4,66 Meter lang, der Radstand beträgt 2,70 Meter. Ab Sommer wird er bei den Alfa-Händlern stehen. Dann können die Kunden aus vier Motoren den auswählen, der ihnen am meisten zusagt. Drei Benziner mit Driekteinspritzung und einer Leistung von 160, 185 und 260 PS stehen zur Wahl, dazu ein Turbodiesel mit 200 PS.
Alfa drückt also buchstäblich aufs Tempo, und das tat auch Giorgetto Giugiaro, in dessen Unternehmen Italdesign die Karosserie des 159 maßgeblich entstand. Der Wagen trägt das typische Alfa-Gesicht mit dem wappenförmigen Kühlergrill, den schmalen Scheinwerfern und der gepfeilten Motorhaube. Er trägt auch die schlanke, muskulös ausgebildete Silhouette und das stummelige, steile und von scheinbar zugekniffenen Rücklichtern geprägte Heck.
Im Innenraum verspricht Alfa Romeo allerlei komfortable Details, etwa ein gekühltes Staufach in der Mittelkonsole. Für Sportlichkeit im Interieur soll ein Startknopf sorgen. Die Sicherheitsausstattung umfasst unter anderem bis zu acht Airbags, wobei zwei Knieairbags für die vorderen Insassen mitgezählt sind. Über die Preise sagt Alfa derzeit noch nichts. Jetzt wird erst einmal gefeiert: die Weltpremiere.