Audi A2 Miese Verkaufszahlen
"Der A2 ist Audis Angebot für moderne Mobilität im angehenden 21. Jahrhundert", jubilierte Audi-Chef Franz-Josef Paefgen anlässlich der Vorstellung des kleinen Mittelklassewagens. Nun ein knappes dreiviertel Jahr nach dem Verkaufsstart tritt Audi etwas leiser auf: "Wir haben zu wenig auf den Kunden gehört", sagte der Vertriebsvorstand Georg Flandorfer dem "Handelsblatt". Es sei nicht gelungen, den Käufern die Vorzüge des A2 vor Augen zu führen. Da der Kleinste aus der Audi-Familie komplett aus Aluminium gefertigt wird, hatte das Management nach Flandorfers Angaben darauf gehofft, dass man Kunden mit der Bauweise anziehen würde.
Doch die Hoffnungen gingen nicht in Erfüllung. Gerade einmal 10.000 A2 seinen 2000 in Deutschland zugelassen worden, heißt es in dem Bericht. Viel zu wenig - wenn es nach den Marketingstrategen des Ingolstädters Autobauers geht. Sie waren von rund 20.000 verkauften Wagen im Jahr ausgegangen. Die schlechte Nachfrage könnte Audi aber auch zur Hilfe gekommen sein. Eine Auftragsflut jenseits der Planungsgrößen wäre für den Autohersteller schwierig zu bewältigen gewesen. Die Beschaffung des Aluminiums für die Karosserie hätte Probleme bereitet.
Trotzdem will Audi den A2 stärken. So sind nach dem Zeitungsbericht massive Verkäufe an Autovermieter geplant, um den Wagen auf den Straßen präsenter zu machen. Außerdem solle es Ausstattungspakete geben, die beim Kauf Preisvorteile bis zu 2000 Mark ergeben. Damit scheint Audi zumindest auf einen Kritikpunkt, der von den Kunden immer wieder vorgebracht wurde, einzugehen. Mit einem Grundpreis von rund 30.000 Mark sei der A2 viel zu teuer, hatten die Ingolstädter hören müssen. Zu dem Basispreis kommen happige Aufpreise für Extras, die bei Fahrzeugen der gleichen Preisklasse bereits zur Serie gehören.
Mit diesen Maßnahmen will Audi einen neuen Anlauf unternehmen, den A2 zum Verkaufsrenner zu machen: 50.000 Stück sollen in diesem Jahr abgesetzt werden. "Durchhalten", lautet die Parole bei Audi. DaimlerChrysler sei mit seinem Smart auch zuerst durch das Tal der Tränen gegangen, bevor der Cityflitzer sich durchgesetzt habe, so die Haltung in Ingolstadt. Was dabei allerdings unter den Tisch fällt, ist, dass DaimlerChrysler Milliardenbeträge für den Smart aufwendet und frühestens im Jahr 2004 mit schwarzen Zahlen für das Modell rechnet.