Audi A3 Cabriolet: Weltpremiere in Ungarn - DER SPIEGEL
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Audi A3 Cabriolet Weltpremiere in Ungarn

Rein in die Nischen lautet das Motto bei den Ingolstädter Autobauern. Nach den Geländewagen - erst Q7, demnächst Q5 - drängen die Bayern nun ins Cabrio-Revier. Drei offene Modelle sind avisiert. Das A3 Cabriolet macht jetzt den Anfang. Hier sind erste Bilder.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Keine andere deutsche Nobelmarke hat momentan derart ambitionierte Ziele wie Audi. "Wir gehen einen klaren, geraden Weg. Und der führt nach oben", tönt Vorstandschef Rupert Stadler. Im vergangenen Jahr lieferte die Marke mehr als 900.000 Fahrzeuge aus. Im kommenden Jahr soll die Millionen-Marke geknackt werden und 2015 sind gar 1,5 Millionen Audi-Modelle geplant. Dabei helfen soll nicht nur die Erschließung neuer Märkte, sondern auch ein erweitertes Modellangebot. "In den kommenden Jahren wird die Produktpalette mit den vier Ringen offensiv erweitert", hat Stadler angekündigt. Dass er damit nicht nur die Nachfolger bestehender Modellreihen gemeint hat, machten die vielen Studien der letzten Monate deutlich.

Nach den Messe-Schaustücken geht Audi nun erstmals mit einem wirklich neuen Serienmodell buchstäblich in die Offen-sive. Dem Trend zum kompakten Geländewagen zum Trotz rücken die Bayern im kommenden Jahr offene Autos ins Rampenlicht. Gestartet wird dieser Reigen mit dem A3 Cabriolet, das heute Mittag am Produktionsstandort im ungarischen Györ enthüllt wurde und im Februar 2008 auf die Straßen kommen soll.

Obwohl sich Audi sonst modern und fortschrittlich gibt, bleiben die Bayern bei der dritten Karosserievariante des A3 der klassischen Schule des Cabrios treu: So gibt es für das Auto keine versenkbare Stahlhaube, sondern eine alt bekannte Stoffmütze. Die Argumente dafür klingen überzeugend. Ein Textilverdeck ist leichter, billiger, und vor allem benötigte es weniger Platz, was gleichermaßen dem Kofferraum und der schlanken Silhouette zu Gute kommt.

Ähnlich wie beim aktuellen Audi A4 gibt es die Wahl zwischen einem konventionellen Stoff- und dem besser gedämmten Akustikverdeck. Während ersteres nur halbautomatisch funktioniert (das Verriegeln muss per Hand erledigt werden), öffnet und schließt das zweite komplett ohne Muskelkraft über einen Schalter auf der Mittelkonsole oder einen Druck auf die Fernbedienung am Autoschlüssel. Beide Varianten falten sich binnen neun Sekunden in einen Kasten hinter der Rückbank und bedecken sich mit dem vorderen, speziell verstärkten Dachelement quasi selbst – eine Persenning oder eine Abdeckung gibt es nicht. Der Laderaum fasst unabhängig von der Dachposition immer 260 Liter. Außerdem kann er durch die beiden umklappbaren Hälften der Rückenlehnen der Fondsitze auf knapp 700 Liter erweitert werden.

Geheimniskrämerei um den Preis

Zwar gibt es für das Cabrio noch keinen offiziellen Preis, aber deutlich über 25.000 Euro wird er wohl liegen. Dennoch hat Audi, um in dieser Klasse die Budgets der Kundschaft nicht zu sehr zu strapazieren, auf einige Extras verzichtet. Statt des vom A4 bekannten Chromrahmes um die Frontscheibe kommt an der A-Säule ganz normaler Lack zum Einsatz. Und statt automatisch ausfahrender Überroll-Bügel für die Fondpassagiere gibt es zwei feststehende Metallrohre. Dafür allerdings haben die Designer das feine Chromband entlang der Gürtellinie gerettet, das die Grenze zwischen Auto und Himmel markiert.

Die Antriebstechnik übernimmt das Cabrio aus dem A3-Regal: Zur Wahl stehen zwei Benzin- und zwei Dieselmotoren mit jeweils vier Zylindern, Turbolader und Direkteinspritzung. Die Selbstzünder haben 105 und 140, die Benziner 160 oder 200 PS. Jeweils ein Motor aus jedem Lager kann auch mit dem aufpreispflichtigen Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden. Der Allradantrieb Quattro dagegen ist für das offene Auto nicht verfügbar. Das schnellste Cabriolet des Quartetts erreicht 231 km/h, und das sparsamste ist mit 5,1 Litern zufrieden.

Neue Scheinwerfer im typischen Audi-Look

Die Erweiterung der Modellpalette nutzt Audi auch für ein paar Designretuschen, die schon einen Ausblick auf die Zukunft des A3 geben. Das gilt insbesondere für die Leuchten, die Audi wie kaum ein anderer Hersteller zur Stilbildung nutzt. Vorn gibt es links und rechts des noch prominenteren Single-Frame-Grills zwei neue Scheinwerfer, die mit ihrem chrombedampften Lidschlag stark an den neuen A4 erinnern. Sie sind mit LED-Tagfahrtlicht bestückt und in Verbindung mit dem aufpreispflichtigen Xenon-Licht verfügbar. Auch die neuen Heckleuchten flach, breit und dank der eigenwilligen Leuchtstäbe mit zwei strahlenden Lichtkränzen bei Nacht unverwechselbar.

Das A3 Cabrio markiert den Auftakt der bayerischen Sommerspiele: In seinem Windschatten arbeiten die Bayern bereits am Nachfolger des offenen A4, das wohl künftig den Namen A5 tragen und Ende 2008 erwartet wird. Und dann hält sich das Gerücht vom R8 Roadster, das keiner bei Audi mehr ernsthaft dementiert. Jetzt fehlt eigentlich nur noch das Cabrio-Wetter.