Audi A3 Sportback: Bayern-Derby - DER SPIEGEL
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Audi A3 Sportback Bayern-Derby

Während BMW die neue 1er Baureihe demnächst mit dem fünftürigen Modell beginnt, startete Audi in der Kompaktklasse zunächst mit dem dreitürigen A3 und legt nun das Kombimodell A3 Sportback nach. Das Derby der beiden bayerischen Marken kann beginnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

So viele Parallelitäten sind selten in der Autobranche. Beide Modelle, der BMW 1er und der Audi A3 Sportback, kommen im September auf den Markt, beide werden in ihrer Einstiegsversion rund 20.000 Euro kosten (BMW exakt 19.800 Euro, Audi hält den Preis noch geheim), beide wollen auf keinen Fall Familienauto, sondern viel lieber Lifestyle-Gefährt sein. Im ersten Pressetext zum A3 Sportback wimmelt es dementsprechend vor flotten Adjektiven. Gleich auf Seite eins steht dreimal das Wort "sportlich", zweimal das Wort "dynamisch", und einmal wird es sogar "athletisch" - und dann noch der Autoname "Sportback".

Wer einen Blick auf das Motorenangebot wirft, ahnt, warum die Ingolstädter geradezu überschäumen vor Bewegungsdrang. Insgesamt sieben Antriebsvarianten stehen zur Wahl, die Leistung der Maschinen reicht von 102 bis 250 PS (75 bis 184 kW). Als Getriebe werden Fünf- oder Sechsgang-Schaltboxen sowie das Direktschaltgetriebe DSG angeboten, angetrieben werden entweder die Vorderräder, oder man bestellt sich ein Auto mit permanentem Allradantrieb. In der neuen Karosserie feiert auch ein neuer Motor seine Weltpremiere, der 2.0T FSI, also ein Zweiliter-Vierzylinder-Turboaggregat mit Benzindirekteinspritzung. Die Maschine leistet 200 PS (147 kW), entwickelt ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmeter und beschleunigt das Auto in 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Audi 234 km/h an.

Zwar spricht der Hersteller hartnäckig von "coupéhaften Linien" beim neuen Modell, doch das trifft nicht zu. Der Sportback ist ein Kombi. Ein sehr formschöner zwar, aber eben ein Kombi mit großer Heckklappe und ordentlich Stauraum. Bei Normalstellung der Rücksitze fasst das Gepäckabteil 370 Liter, wird die geteilte Rücksitzlehne komplett umgeklappt, sind es 1120 Liter. Da passt die Golfausrüstung rein, ein stattliches Rollerblade-Sortiment - oder, böses Wort, der Wochenendeinkauf. Aber das ist nun mal das Schicksal der meisten Kombis: Als praktische Begleiter zum Bau-, Super- oder Getränkemarkt.

Auch dort wird der neue A3 Sportback eine gute Figur machen, denn er sieht rundum flott aus. Wie alle neuen Audi-Modelle trägt er den großen Kühlergrill. Dazu kommen hübsch geformte Scheinwerfer und Rücklichter, schöne Fugenlinien und elegant gespannte Flächen. Mit 4,28 Meter ist der Wagen rund fünf Zentimeter länger als der kommende BMW 1er. Dabei teilt sich der A3 Sportback mit dem A3 Dreitürer nicht nur Antrieb und Fahrwerk, sondern auch den Radstand. Hinzu kommen die Fondtüren und ein um rund acht Zentimeter verlängertes Heck, pardon: Sportback.