Audi A6 Italienischer Leistungssportler
Berlin - Zeitgleich enthüllte Audi gestern Abend in sechs europäischen Metropolen die neue Generation des A6. Die Limousine trägt als erste komplette Baureihe das neue Markengesicht mit dem großen Plakettengrill, von Audi wegen der durchgängigen Einfassung "Singleframe-Kühlergrill" genannt. Das Design soll auch sonst wegweisend für die Audi-Modelle der kommenden Jahre sein, wie es bei der deutschen Präsentation in Berlin hieß.
Das von Audi-Chefdesigner Walter de' Silva entworfene Blechkleid ist geprägt durch fließend-elegante Linien, die zugleich den sportlichen Anspruch der Marke unterstreichen. Motorhaube und Schulterlinie präsentieren sich muskulös-gewölbt, die Dachlinie trägt coupéhafte Züge. Das ganze Auto zeige den typischen Ansatz eines italienischen Designers, sagt de' Silva. "Es gleicht einer Skulptur." Den oberen Abschluss der Gepäckraumklappe über den schmalen Leuchtbändern bildet eine ausgeprägte Abrisskante, die bei hohen Geschwindigkeiten für zusätzliche Stabilität sorgen soll. "Der A6 ist in der Summe seiner Eigenschaften ein Leistungssportler", so Audi-Chef Martin Winterkorn nach der Enthüllung.
Für den Innenraum verspricht Audi verbesserte Platzverhältnisse durch einen um rund acht Zentimeter längeren Radstand. Die Steifigkeit der 4,92 Meter messenden Karosserie sei gegenüber dem Vorgänger um 34 Prozent gewachsen. Auch am Fahrerplatz wird die sportlichere Positionierung des neuen A6 deutlich. Das Design des Lenkrads greift das Trapez des Kühlergrills auf. Die Mittelkonsole ist so hoch angeordnet, dass die Hand fast von selbst auf den Schalthebel fällt. Durch den Einsatz einer elektromechanischen Parkbremse konnte auf den Handbremshebel verzichtet werden.
Beim Komfort orientiert sich der A6 laut Audi am größeren Bruder A8. Bereits serienmäßig an Bord ist neben einer Klimaautomatik und Leichtmetallfelgen das so genannte Multi Media Interface "MMI basic", das neben einem 6,5 Zoll großen Display ein integriertes CD-Radio enthält. Gegen Aufpreis kann ein Multitronic-Getriebe geordert werden, das im Tiptronic-Modus erstmals bei Audi über sieben Schaltstufen verfügt. Eine Premiere stellt auch das ebenfalls optional erhältliche dynamische Kurvenlicht mit Xenon-Plus-Leuchten dar. Alternativ zur Stahlfederung steht ab Anfang 2005 eine Luftfederung zur Wahl.
Angeboten wird der Audi A6 zunächst mit fünf Motoren: drei Ottomotoren mit Leistungsspannen von 130 kW/177 PS bis 246 kW/335 PS und zwei Diesel-Direkteinspritzern mit 103 kW/140 PS und 165 kW/225 PS. Der kleinere Diesel ist laut Audi allerdings erst ab der zweiten Jahreshälfte lieferbar. Die Grundpreise reichen von 33.000 Euro für den kleinsten Benziner bis 60.000 Euro für das Achtzylinder-Modell 4.2 quattro.
Der breiten Öffentlichkeit wird der neue A6 erstmals auf dem Genfer Automobilsalon (4. bis 14. März) vorgestellt, im April soll er bei den Händlern stehen. Vom kommenden Jahr an plant die VW-Tochter eine jährliche Produktion von bis zu 180.000 Stück. Der neue A6 müsse mindestens so erfolgreich werden wie der Vorgänger, sagte Winterkorn, Absatzziel seien zehn Prozent mehr über den gesamten Lebenszyklus. Unabhängig vom Modellwechsel wird der A6 Avant in der aktuellen Version bis zum Jahresende mit unverändertem Design weitergebaut und verkauft. Die Neuauflage des Kombis wird nach Herstellerangaben erst beim Genfer Automobilsalon 2005 präsentiert.