Audi A6: Zurück aus der Kur - DER SPIEGEL
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Audi A6 Zurück aus der Kur

Man kann beinahe die Uhr danach stellen. Exakt vier Jahre nach der Präsentation des Audi A6 folgt nun die rundum renovierte Variante. Technik, Design und Ausstattung wurden verändert; ab Juni kommt der neue A6 auf die Straßen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In Ingolstadt rühmt man sich, für den neuen A6 ein "einzigartiges Angebot an Antriebsvarianten" bereit zu halten. Insgesamt stehen 48 unterschiedliche Varianten des Autos zur Wahl, darunter 22 Quattro-Modelle mit Allradantrieb. Zur Vielfalt trägt auch das stufenlose Automatikgetriebe namens Multitronic bei, das sich mit fünf Motoren kombinieren lässt - erstmals übrigens auch mit einer TDI-Maschine. Die Preispalette des neuen A6 reicht von 55.545 bis 132.116 Mark. Das günstigste Allradvariante ist der A6 2.4 Quattro für 67.476 Mark, der günstigste Kombi (bei Audi Avant genannt) kostet 59.652 Mark.

Feinarbeit leisteten die Audi-Ingenieure vor allen in Sachen Geräuschdämpfung. Für mehr Ruhe im Innenraum sorgen unter anderem eine neue Wischanlage, bessere Türdichtungen und dickere Seitenscheiben. Die Schallisolation sei damit um 40 Prozent erhöht worden, sagt Audi über seinen neuen "Schweiger".

Auf der Antriebsseite gibt es die interessantesten Neuerungen: Zum Beispiel der 2,5-Liter-V6-TDI-Motor mit jetzt 155 PS (114 kW), der als erster Dieselmotor mit der Multitronic kombiniert werden kann. Die Maschine kann dank einem maximalen Drehmoment von 310 Nm durchaus als Kraftwerk bezeichnet werden. Als Beschleunigungswert von 0 auf 100 km/h geben die Ingolstädter 9,7 Sekunden an, als Höchstgeschwindigkeit 212 km/h und als Durchschnittsverbrauch 6,9 Liter Dieselkraftstoff je 100 Kilometer. Da kann man nicht meckern.

Frisch kommt auch der 1,9-Liter-TDI mit Pumpe-Düse-Einspritzung und 130 PS (96 kW) Leistung unter die A6-Haube. Im Team der Benzinmotoren sind zwei Neuzugänge zu vermelden. Es handelt sich jeweils um Aluminium-Maschinen: Einen 2-Liter-Reihenvierzylinder mit 130 PS (96 kW) und einen 3-Liter-V6 mit 220 PS (163 kW). Die anderen Motoren wurden überarbeitet, was eine Leistungssteigerung zur Folge hat und eine bessere Spritverwertung.

Äußerlich lassen sich die neuen A6-Modelle von den bisherigen Fahrzeugen dieser Baureihe ebenfalls unterscheiden. Allerdings sind es nur Details, die von der Neuauflage künden. Zum Beispiel trägt auch der A6 nun den doppelten Kühlergrill, der bislang dem Topmodell A8 vorbehalten war. Dazu kommen nun Scheinwerfer, die hinter Klarglas hervorleuchten. Aus seitlicher Perspektive erkennt man die neuen Räder im 16- oder 17-Zoll-Format. Von hinten gibt es folgende Neuheiten: Die Blinker sind nun auch mit rotem Plastik abgedeckt und der Bereich um das Nummernschild ist "in Klavierglasoptik" gestaltet. Anders ausgedrückt: Dieser Bereich ist glänzend schwarz lackiert. Einige andere Neuheiten sind: ESP mit Bremsassistent, auf Wunsch extra helle Xenon-Plus-Scheinwerfer, eine Diebstahlwarnanlage mit separater Batterie und eine Klimaanlage mit Luftgütesensor.

Audi bezeichnet den A6 selbstbewusst als "Schrittmacher seiner Klasse". Die Renovierung könnte tatsächlich einen neuen Schub in der oberen Mittelklasse einleiten. Denn die Konkurrenten wie BMW 5er und Mercedes E-Klasse sind auch nicht mehr die Frischesten.