Audi-Fahrservice: Ständig vor der Kamera - DER SPIEGEL
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Audi-Fahrservice Ständig vor der Kamera

Bilder von ernst blickenden Herren in dunklen Anzügen, die hurtig aus großen Limousinen klettern und dann durch einen Pulk davoneilen, gehen allstündlich in den Nachrichtensendungen um die Welt. Audi versucht, möglichst oft mit aufs Motiv zu kommen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Um eine wirkliche Staatskarosse zu werden, braucht ein Auto staatstragende Auftritte. Das kann man ruhig wörtlich verstehen, denn sobald die Entscheider dieser Welt einem Pkw entsteigen, strahlt ihre Aura auch ein wenig auf das Beförderungsmittel ab. Und das hilft dem Image.

So ist es nicht verwunderlich, dass Audi, lange Jahre Außenseiter im engen Familienkreis der Staatskarossen-Marken, mit Macht zu den Mächtigen drängt. Aktuell etwa bei der Nato-Tagung in Prag, wo die Ingolstädter mit nahezu ihrer gesamten Fahrdienst-Flotte von 100 "normalen" Audi A8 und 20 gepanzerten Modellen dieses Typs vorgefahren sind. Demnächst steht die Abschlussveranstaltung der EU-Ratspräsidentschaft von Dänemark in Kopenhagen an (12. und 13. Dezember), und auch da werden Schröder und Chirac, Blair, Berlusconi und die anderen Staatenlenker in neuen A8-Limousinen chauffiert. Auch einige Großauftritte auf internationalem Parkett im neuen Jahr stehen schon fest: Etwa die 58. Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Dubai (16. bis 26. September).

Begonnen hat das Audi-Engagement im großen Stil vor ziemlich genau 15 Jahren, als der britische Thronfolger Prinz Charles bei seinem Besuch in München in einem gepanzerten Audi 2000 quattro Platz nahm. Es folgten Ereignisse wie der Papstbesuch in Ungarn, königliche Hochzeiten in Spanien und Belgien, die Filmfestspiele in Cannes oder die Kieler Woche. "Wir verfügen mittlerweile über eine sehr hohe Akzeptanz bei den Regierungsstellen", sagt Hans-Peter Hagemeister, der Chef des Limousinen-Service bei Audi. Über die finanzielle Größenordnung des Fahrdienst-Engagments allerdings möchten die Ingolstädter nicht sprechen. Dies seien Werte, die "im allgemeinen nicht kommuniziert" würden.