Audi-Uhr Tachoscope Historie am Handgelenk
Normalerweise erkennt man den Autofan am Schlüsselbund. Doch wer eine Marke wirklich liebt, der trägt ihr Logo nicht nur in der Hosentasche. Kugelschreiber, Feuerzeuge, Krawatten, Mützen oder Schals - es gibt kaum ein Accessoire, das man nicht in den Vitrinen der Autohäuser findet. Als Zeichen besonderer Wertschätzung gilt die Uhr mit dem Automarken-Emblem, weil es fast ein ebenso großes Statussymbol ist wie der Wagen selbst ist.
Audi-Kunden können ihrer Zuneigung zur Marke mit den vier Ringen nun mit einer ganz besonderen Uhr Ausdruck verleihen. Zum 100. Firmengeburtstag haben die Bayern gemeinsam mit der Münchner Manufaktur Chronoswiss den derzeit wohl edelsten Zeitmesser aufgelegt, den man bei einem Autohersteller kaufen kann: den Audi Tachoscope. Er ist nicht nur schöner und seltener als viele andere Uhren, sondern auch deutlich teurer. Mit 24.900 Euro für die Platin- und 14.900 Euro für die Weißgoldausführung kostet die Uhr mehr als mancher Neuwagen.
Entworfen wurde das Stück vom Team um Audi-Designchef Wolfgang Egger im Münchner Studio für Konzept-Design, das auch schon Fahrräder, Stereoanlagen und sogar Nudeln gestaltet hat. Beim Zifferblatt ließen sich die Kreativen von den Instrumenten früher Rennwagen inspirieren. Die Grafik der Uhr erinnert bis hin zum Schriftbild an den Drehzahlmesser des legendären Typ-C-Rennwagens, der in den dreißiger Jahren auf der Avus dominierte.
Trotzdem ist die Uhr, die in einer mit schwarzem Klavierlack überzogenen Holzschatulle samt Uhrmacherlupe und speziellem Schraubendreher ausgeliefert wird, kein antikes Stück, sondern ein modernes Messinstrument. "Der Tachoscope transportiert hundert Jahre Unternehmensgeschichte, ohne dabei ein Retrogefühl zu vermitteln", sagt Egger. Und die Uhr verfügt über erstaunliche Details: Die Krone erinnert an das Zahnrad eines Getriebes, die Jahreszahl ist im Aufzugsrotor eingraviert, und sogar die Schrauben, mit denen das Armband befestigt wird, haben eine spezielle Form.
Aufwendige Mechanik hinter Glas
Es ist ein Zeitmesser für Technikfreunde - unter anderem mit einem Glasboden, durch den man dem Uhrwerk bei der Arbeit zusehen kann. Der Antrieb unterm Zifferblatt aus echtem Email ist das Manufakturkaliber C 125 von Chronoswiss, das die Bedienung des Chronographen über nur einen Drücker ermöglicht, der in die Aufzugskrone integriert ist. Aufgebaut ist die Uhr nach dem klassischen Regulator-Prinzip, bei dem Stunden- und Sekundenanzeige dezentral angeordnet sind. Nur der Minuten- und Sekundenzeiger sind in der Mitte des Zifferblatts positioniert. Das verbessere die Ablesbarkeit, sagen die Uhrmacher.
Zwar wird der Preis die Zahl der Käufer einschränken. Doch "der wahre Preis des Außergewöhnlichen ist der Verzicht all derer, die nicht in seinen Genuss kommen", schwafelt das Audi-Marketing. Weil das Modell Audi Tachoscope etwas ganz Besonderes bleiben soll, wird für jedes Jahr der Unternehmensgeschichte nur ein Exemplar gefertigt. Mehr als 100 Uhren wird es deshalb nicht geben.