Auktion: 20.000 Mark für Honeckers Dienstauto - DER SPIEGEL
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Auktion 20.000 Mark für Honeckers Dienstauto

Auf dem Parkplatz eines Autohauses in einem Berliner Vorort hatte Auktionator Mark Karhausen das Auto gefunden. Für einen guten Zweck versteigerte er jetzt Honeckers Dienstwagen. Ein Journalist kaufte ihn und will ihn zum "Denk-Mal" machen.
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Berlin - Neuer Besitzer von Erich Honeckers Citroen CX 2300 Prestige aus dem Jahr 1978 wurde der Fotojournalist Karl-Heinz Jürgens. Der Käufer, der mehr als 15 Jahre lang als West-Journalist aus der DDR berichtet hatte, sagte, er wolle nicht, dass dieses Auto verschwindet. "Es gehört zur Zeitgeschichte und soll ein Denk-Mal sein, weil schon jetzt viele junge Leute nicht mehr wissen, wie es damals war." Der Gewinn aus der Sonderauktion - 20.000 Mark - geht an die Kinderkrebsstation der Berliner Klinik Charite.

Mit der Aktion wollte der schon aus anderen spektakulären Versteigerungen bekannte Berliner Auktionator Mark Karhausen rechtzeitig zu seinem 60. Geburtstag im April auch "anderen etwas Gutes tun". Der Zufall habe ihn zu dem Wagen geführt, in dem neben dem ehemaligen DDR-Staats- und Parteichef einst auch der ehemalige sowjetische Staatschef Michael Gorbatschow Platz genommen haben soll. Über ein Autohaus in Erkner bei Berlin, wo der Besitzer die Karosse abgestellt hatte, erfuhr Karhausen von dem Relikt aus DDR-Zeiten und kaufte den Wagen.

Inzwischen habe er genau recherchiert, wozu Honecker den Wagen benutzte und was mit dem Fahrzeug später geschah. "Das Auto war sozusagen ein inoffizieller Dienstwagen zu den gepanzerten Limousinen." Besonders wichtig an dem Fahrzeug seien Honecker die zu öffnenden Fenster gewesen, so dass er Gruppen von Kindern zuwinken konnte. Später fuhr Verteidigungsminister Heinz Keßler im Citroen. Als letzte Berühmtheit saß laut Karhausen der Dirigent Leonard Bernstein im Fond - damals (1990) gehörte das Auto der Künstleragentur der DDR.