Auto-Musik-Video Werbung aus der Werkshalle
BMW-Video: Jüngere Zuschauer als Zielgruppe
Dass Autos musikalisch sind, lässt sich leicht nachweisen. Schon seit vielen Jahren beispielsweise tourt Christian von Richthofen mit der Revue "AutoAuto!" durch Deutschland, bei der ein Opel Kadett E ebenso rhythmisch wie fachgerecht als Schlagzeug benutzt und dabei zerlegt wird. Und für den 10. September dieses Jahres ist die Welturaufführung des Stücks "autosymphonic" terminiert: Da soll auf dem Friedrichsplatz in Mannheim eine Sinfonie für 80 Automobile, großes Sinfonieorchester, Percussion-Ensemble, Chor und die Söhne Mannheims zu Gehör gebracht werden - ein Stück, das aus Anlass des 125. Geburtstags des Automobils in diesem Jahr komponiert wurde.
Etwas weniger aufwendig und in einem anderen musikalischen Genre kommt jetzt das erste Musikvideo des Autoherstellers BMW daher. "Check my Machine" lautet der Titel des 2:52 Minuten langen Films, einer Gemeinschaftsproduktion des Münchner Techno-Impressarios Jonas Imbery, des Artdirectors Mirko Borsche, der Produktionsfirmen Brainstormclub und Eyetrip sowie der Abteilung Elektronische Medien von BMW. Zu Gehör kommen ausschließlich Geräusche, die der neue BMW 1er machen kann - etwa beim Blinken, wenn das Navigationsgerät Ansagen macht oder wenn der Gurtwarner erklingt. Die wurden nach allen Regeln der Mischpultkunst gesampelt und geloopt.
Zu sehen gibt es dazu den Produktionsprozess eines neuen BMW-1er-Modells im Werk Regensburg. Das ganze wirkt sehr ausgereift und durchaus so eingängig, dass man es auch in einem Technoclub spielen könnte. Und dass ganz zum Schluss, offenbar bei der Endkontrolle des fertigen Autos, ein Werker im Blaumann bedächtig durchs Bild läuft, macht die Sache umso authentischer.
Auch wenn die Macher des Films recht blumig über ihr Werk urteilen und von einem "selbständigen und künstlerisch anspruchsvollen Werk" sprechen - es bleibt ein Werbefilm für den neuen 1er, um all jene jüngeren Autointeressenten anzusprechen, die heute nicht mehr oder nur noch eingeschränkt über klassische Medien erreichbar sind. Auf dem Videoportal Youtube hatte der Film in den ersten zwei Wochen bislang knapp 100.000 Betrachter. Zumindest einer konnte nicht für das neue Auto eingenommen werden. Er schrieb als Kommentar unter den Film: "the car ist so ugly it burns in my eyes" (etwa: Das Auto ist so hässlich, da tun einem die Augen weh).