Auto-Salon Genf Grün ist Trumpf
Die 81. Automesse in Genf ist der erste Höhepunkt im europäischen Autokalender. Zwar ist die Ausstellungsfläche vergleichsweise gering, doch das hat auch Vorteile. Während die etablierten Hersteller wie VW und Mercedes etwa auf der IAA mit riesigen Ständen und ganzen Hallen kleineren Firmen die Show stehlen, müssen sich alle Autobauer am Genfer See auf das Wesentliche konzentrieren. Die maximale Standfläche auf dem Genfer Salon errechnet sich aus einem speziellen Schlüssel, und bremst Audi, BMW & Co. gewaltig ein.
So haben die Platzhirsche zwar immer noch eine größere Ausstellungsfläche zur Verfügung; doch das Gesamtbild wirkt wesentlich ausgeglichener. Außerdem haben Besucher einen besseren Überblick und können sich leichter orientieren. Denn die Standaufbauten im Zentrum der Hallen dürfen in der Regel nicht höher sein als 1,40 Meter.
Ganz anders als auf der IAA in Frankfurt ist ein Besuch des Genfer Salons also ziemlich stressfrei. Gleichwohl geht es wie bei allen anderen Automessen vor allem um Neuheiten, Trends und Technik. Ganz vorne mit dabei: Spritsparende Modelle und elektrische Antriebe. So zeigt zum Beispiel Volvo die Mittelklasse-Limousine V60 als Plug-In-Hybrid. Das Konzept wird von einem Duo aus Diesel und Elektromotor angetrieben und soll 2012 in Serie gehen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Hybrid-Auto, ist beim Plug-In ein Akku mit größerer Speicherkapazität an Bord, der auch an der Steckdose aufgeladen werden kann. Damit sind wesentlich längere Fahrten im E-Modus möglich. Im Schnitt kommt der Schwede mit Lithium-Ionen-Batterie nach Herstellerangaben so auf einen Verbrauch 1,9 Litern im Hybrid-Modus - der Energiebedarf für die Batterieladung nicht mitgerechnet.
Merkwürdiges aus Italien
Mit einem Spritbedarf von geschätzt sieben Litern ist der Hybrid-Infiniti M35h zwar noch immer recht durstig, doch für eine fast fünf Meter lange und rund 1,8 Tonnen schwere Limousine mit einer Systemleistung 364 PS ist dieser Wert durchaus passabel. Auf eine andere Strategie setzt Kia mit der zweiten Generation des Kleinwagens Picanto. Das Auto ist zum Marktstart im Mai auch mit einem Einliter-Bi-Fuel-Motor erhältlich, der sowohl mit Benzin als auch mit Flüssiggas betrieben werden kann.
Besonders gespannt dürfte man auf die Resonanz des Fiat Freemont sein, der den Familien-Van Ulysse Mitte 2011 ablöst. Allerdings ist das keine Neuentwicklung, sondern der Italiener basiert auf dem Journey der Konzernschwester Dodge. In den vergangenen Jahren konnte Fiat im Segment der Familienkutschen nicht wirklich überzeugen, sieht man von dem deutlich kleineren Doblo einmal ab. Auch mit der amerikanischen Technik unter dem Blech dürfte der Erfolg des Freemont fraglich sein. Denn Dodge gilt nicht als besonders robuste und zuverlässige Premiummarke.
Auch die deutschen Hersteller werden interessante Neuheiten in die Schweiz bringen. Passend zum Frühjahr zeigt VW das Golf Cabrio, das Mitte 2011 zu den Händlern kommen soll. Für die Niedersachsen dürfte die 1,6-Liter-TDI-Maschine die wichtigste Motorisierung werden. Viel interessanter ist allerdings die Frage, ob VW diesmal auf den unschönen Überrollbügel verzichtet, der den Vorgängern den Spitznamen Erdbeerkörbchen eingebracht hatte. Offiziell äußert sich der Hersteller noch nicht zu dieser Frage, doch die Querstrebe gilt als unwahrscheinlich. Schließlich gibt es pyrotechnische Systeme, die bei einem Überschlag schützende Bügel heraussprengen, die sonst aber nicht zu sehen sind. Außerdem zeigen die Wolfsburger ein Facelift des Kompakt-SUV Tiguan.
Neuer Van von Opel
Gespannt darf man auch auf die Neuheiten von Opel sein. Erwartet wird die künftige Version des Vans Zafira, auch wenn es sich in Genf nur um eine Studie handeln dürfte
Weit weniger spektakulär sind die Publikumspremieren bei BMW und Mercedes. Die Bayern zeigen den neuen 6er, und auf dem Stand der Stuttgarter wird der neue SLK zu sehen sein, der aber auch schon seit einigen Wochen bekannt ist.