Autohersteller Rover bremst BMW aus
Detroit - Auch wenn Finanzvorstand Helmut Panke 1999 als ein "tolles Jahr" für die BMW-Gruppe bezeichnete, dürfte das Tochterunternehmen Rover den Bayern noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Zwar erzielte die Marke BMW mit der angegebenen Absatzsteigerung um 7,4 Prozent auf 751.300 Automobile einen neuen Rekord, und auch die Marke Land Rover konnte um 16 Prozent auf 178.000 Fahrzeuge zulegen. Bei den Marken Rover, MG und Mini sank der Absatz dagegen um fast 25 Prozent auf 251.000 Fahrzeuge. Panke sagte, die Verluste bei Rover seien 1999 wohl noch einmal höher ausgefallen als im Vorjahr. Damals erzielte die britische Tochter ein Minus von 1,9 Milliarden Mark.
"Wir haben unsere Ziele bei Rover Cars nicht in dem Umfang erreicht, wie wir es erwartet haben", sagte Panke. BMW will deshalb weitere Sanierungsschritte bei dem verlustreichen Tochterunternehmen einleiten. Auch ein Arbeitsplatzabbau wird dabei nicht ausgeschlossen. Gegenüber der "Financial Times" erklärte Panke, die Basis für die Aufrechterhaltung der Produktion in Großbritannien verschlechtere sich von Monat zu Monat. Für eine Trendwende seien drastischere Schritte nötig. Der hohe Pfund-Kurs verstärke die Probleme, sagte Vertriebsvorstand Henrich Heitmann der Zeitung.
Trotz aller Schwierigkeiten bekräftigte der BMW-Konzern jedoch sein Bekenntnis zu Rover und widersprach Vermutungen, BMW könne sich aus dem Unternehmen zurückziehen wollen. Auf der Motor Show in Detroit verteidigte Heitmann das Konzept, das der Konzern mit der britischen Tochter verfolgt. Zudem kündigte BMW dort eine völlig überarbeitete Version des Klassikers Mini an, die im Frühjahr 2001 auf den Markt kommen soll. Der "New Mini" wird voraussichtlich zuerst in den USA vorgestellt werden.
Grund dafür sind die guten Bilanzen für den amerikanischen Automarkt, wo der Absatz des BMW-Konzerns 1999 um 21 Prozent auf knapp 184.350 Fahrzeuge zulegte. Bei den BMW-Modellen stieg die Zahl um 18 Prozent auf 154.970 Fahrzeuge. Im Luxussegment sei BMW hier im Pkw-Bereich mittlerweile sogar Marktführer, sagte Panke. "Wir sind stolz, dass wir das geschafft haben." In Detroit präsentierte der Konzern das neue 3er-Cabrio und das "Sports Activity Vehicle" X5, von dem sich BMW einen weiteren Schub auch in Nordamerika verspricht.
In Deutschland hat der Konzern nach eigenen Angaben 1999 mit der Auslieferung von 282.700 Fahrzeugen (1998 waren es 280.092) sein bisher bestes Absatzergebnis erzielt. Mit 240.000 Autos entfiel der größte Anteil auf die Marke BMW. Der Konzern setze weiterhin auf eine Mehrmarkenstrategie, betonte Vertriebsvorstand Henrich Heitmann. Dies sei der Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens. "Wir bleiben unabhängig." Panke sagte dazu: "Wir sind wesentlich stärker als manche, die ein deutlich größeres Volumen haben."
Weltweit rechnet Panke im laufenden Jahr noch einmal mit einem leichten Anstieg der Absatzzahlen für die gesamte Branche. Die USA würden ein starker Markt bleiben, es gebe sogar noch Potenzial für weiteres Wachstum. In Europa werde der Markt dagegen "eine leichte Tendenz zu geringen Rückgängen" haben. Hier werde es in der Entwicklung Unterschiede zwischen den Konzernen geben.