Autohersteller: Wer baut das nächste Papamobil? - DER SPIEGEL
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Autohersteller Wer baut das nächste Papamobil?

In gebührender Zurückhaltung beginnen die VW, Audi und Co. sich um eine ganz besondere Würde zu bewerben: den Bau des neuen Papamobils. Bisher hatte Mercedes unangefochten die Ehre, das perlmuttfarbene Hochsicherheitsgefährt mit Panoramafenstern zu liefern.
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Ingolstadt/München - Die deutschen Autohersteller stellen sich in die erste Reihe der Anwärter, die dem neuen Papst Benedikt XVI. ein Fahrzeug zur Verfügung stellen wollen: "Es wäre für jeden Automobilhersteller eine Ehre, den Heiligen Vater zu transportieren", sagte ein Audi-Sprecher zur Nachrichtenagentur ddp. BMW würde es "freuen, wenn der Papst auf eine unserer gepanzerten Limousinen zugreifen würde", versicherte eine Sprecherin des bayerischen Konkurrenten. Und VW will, so schreibt die "Bild"-Zeitung, Verhandlungen mit dem Vatikan aufnehmen.

Bisher hatte Mercedes-Benz die "Papamobile" gebaut, die erst nach dem Anschlag auf Johannes Paul II. im Mai 1981 Tradition im Vatikan wurden. Seitdem war der Papst bei öffentlichen Auftritten in einem Pick-up mit abnehmbarem Sicherheitsaufbau aus schusssicherem Plexiglas unterwegs. In der Kuppel, die mit einer Klimaanlage und Haltegriffen ausgestattet war, stand der Papst und winkte den Gläubigen zu. Zuletzt wurde Johannes Paul II. in einem Papamobil auf der Basis eines Geländewagens Mercedes-Benz ML 430 gefahren.

Immerhin üben die Hersteller vornehme Zurückhaltung: Bei Audi will man den neuen Papst nicht gleich so kurz nach dem Amtsantritt mit einem Angebot überrumpeln. "Wir lassen ihm ein wenig Bedenkzeit, sich in Automobilfragen zu orientieren", betonte der Sprecher. Auch bei BMW wird die Werbetrommel nur dezent gerührt, anbieten würde sich ja ein Umbau des Geländewagens X5 - vielleicht verständlich, schließlich steht die Marke BMW für Sportlichkeit und das "Papamobil" ist ja meist nur im Schritttempo unterwegs.

Ein Sprecher von Volkswagen bestätigte am Donnerstag während der Hauptversammlung in Hamburg einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Danach will VW mit dem Vatikan Verhandlungen aufnehmen, damit Papst Benedikt XVI. auf seiner ersten Auslandsreise im August in einem "Papamobil" von VW gefahren wird. VW sei Fahrzeugsponsor beim Weltjugendtag in Köln und werde dort mindestens hundert Fahrzeuge bereitstellen. "Wenn ein spezielles Fahrzeug für den Papst gewünscht wird, werden wir es anfertigen", hieß es.

Spezielle Papst-Fahrzeuge waren bisher auch in Italien von Fiat und in den USA von General Motors gebaut worden. Bei ihnen hatte es sich aber um geschlossene Limousinen gehandelt. Für seine Fahrten innerhalb Roms hatte Johannes Paul II. einen alten Mercedes-Benz aus den sechziger Jahren benutzt, den er von seinen Vorgängern übernommen hatte.