Automacken Die Krux mit der Elektronik
Mainz - 17 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage der Uni Mainz gaben an, Probleme mit der Elektronik am Auto zu haben. Bei den Segmenten "Obere Mittelklasse", "Oberklasse" und "Geländewagen/SUV" stieg der Anteil bis auf 26 Prozent. Der Wert bei den Kleinwagen dagegen erreichte lediglich zwölf Prozent. Die Forscher des Lehrstuhls für Betriebswirtschaft und Marketing der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz befragten 2175 Autofahrer.
"Überdurchschnittlich betroffen von den Elektronik-Problemen sind ausgerechnet die Marken Mercedes und BMW, die sich bei den Nachfragern als Qualitätsanbieter positionieren wollen", betont Lehrstuhlinhaber Frank Huber. Die meisten Probleme bereiteten elektrische Fensterheber (20 Prozent) und die Zentralverriegelung (19 Prozent), gefolgt von Fehlern des Steuergerätes (11 Prozent) und der Wegfahrsperre (9 Prozent). Das Problem: Immer mehr Autofahrer müssen bei Elektronikproblemen ihre Werkstatt oder den herstellereigenen Pannendienst rufen, um den Fehler zu beheben.
Dennoch sehen der Umfrage zufolge fast 60 Prozent der Autofahrer Vorteile durch die Anwendung von elektronischen Helfern. Geduld und finanzielle Bereitschaft dürften aber irgendwann erschöpft sein, vermutet Huber. Seine Schlussfolgerung: Nur wenn die Autofahrer einen Zusatznutzen erkennen, werden sie auch künftig bereit sein, dafür einen höheren Preis zu bezahlen.
Der ADAC gab in seiner gestern veröffentlichten Pannenstatistik an, dass 2003 die häufigste Pannenursache mit 35,9 Prozent Schäden in der allgemeinen Fahrzeugelektrik waren. In der jährlichen Aufstellung wertet der Automobilclub allerdings nur ein- bis sechsjährige Autos aus, die mindestens 10.000 Neuzulassungen in einem Jahr erreichten.