Autoneuheiten 2007: Ab durch die Mitte - DER SPIEGEL
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Autoneuheiten 2007 Ab durch die Mitte

Gehen den Autoherstellern die Ideen aus? Davon kann bei mehr als hundert Premieren im nächsten Jahr eigentlich keine Rede sein. Trotzdem lässt der Drang in die Nischen allmählich nach. Mit vielen Neuheiten in den Volumensegmenten geht es nun wieder mal ab durch die Mitte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Familienväter, Handlungsreisende und leitende Angestellte können sich freuen: Nachdem die Automobilhersteller zuletzt vor allem auf Lifestyle-Modelle und Nischenfahrzeuge setzten, ist auf dem Premierenfahrplan 2007 endlich mal wieder was für Gabi Biedermann und Otto Normal dabei. Denn im kommenden Jahr steht die Mittelklasse im Mittelpunkt.

Den Anfang macht Mercedes schon im Januar mit der Präsentation der neuen C-Klasse, die Audi später im Jahr mit der nächsten Generation des A4 kontert. Und wem diese beiden zu teuer sind, den holt Ford mit der dritten Auflage des Mondeo auf Normalverdiener-Niveau zurück. Das neue Auto stand als Studie schon auf dem Autosalon in Paris und wird im März auf dem Salon in Genf in seiner Serienfassung gezeigt. Und als wäre das noch nicht genug, wird zur IAA im September auch noch der neue Opel Vectra erwartet.

Zwar wird das Mittelklasse-Segment von den heimischen Herstellern dominiert, doch auch die Importeure sind präsent: Renault bringt einen neuen Laguna, Volvo die Nachfolger der Typen S60 und V70, und Saab wird wohl zum Ende des Jahres die überfälligen Nachfolger für die Modelle 9-3 und 9-5 startklar machen. Außerdem auf dem Plan stehen der nächste Citroën C5 und ein Ersatz für das Peugeot-Flaggschiff 607. Selbst die Amerikaner wollen es wissen und holen den neuen Chrysler Sebring und seinen verwegeneren Bruder Dodge Avenger ins Land.

Reichlich Musik spielt im Autojahr 2007 auch in der Kompaktklasse, die mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent hierzulande noch immer die meisten Neuzulassungen verzeichnet. In diesem Fall sind es vor allem die Importeure, die mit neuen Modellen Boden gut machen wollen: Toyota ersetzt den Corolla durch den Auris. Nissan versucht es anstelle des biederen Almera mit dem nahe an einen Geländewagen gerückten Qashqai. Fiat zieht einen Schlussstrich unter das ruhmlose Kapitel Stilo und enthüllt Ende Januar in Rom bei einer Feier vom Format eines Staatsaktes den Nachfolger Bravo.

Frischer Wind aus allen Richtungen in der Kompaktklasse

Dazu engagiert sich nun auch Volvo mit dem C30 in der Kompaktklasse, und von Peugeot erwarten die Auguren spätestens zur IAA im Herbst den 308, der das Modell 307 ablösen soll. Außerdem rückend die koreanischen Hersteller den Europäern auf die Pelle: So bringt Kia aus einem Werk in der Slowakei den Cee'd ins Stellung, und Hyundai hat in Tschechien eine Fabrik gebaut, aus der die Serienfassung der Pariser Studie Arnejs in die Riege von VW Golf, Opel Astra und Ford Focus fahren soll.

Die deutschen Platzhirsche sind für diesen Ansturm wohl gewappnet: So spendiert Opel dem Astra im Frühjahr ein dezentes Facelift, Ford wird die Focus-Familie um den extrem sportlichen Imageträger RS erweitern, und bei VW sollen der auf SUV getrimmte Cross-Golf, die Kombiversion Variant und die Reinkarnation des Scirocco den Kaufreiz des Golf erhöhen.

Das Kleinwagensegment wird bunter und vielfältiger

Während in der Oberklasse-Käufer diesseits von Maybach, Rolls-Royce und Bentley erst einmal Ruhe herrscht, geht es am unteren Ende des Fahrzeugangebots rund: Smart schickt den neuen Fortwo ins Rennen, Renault hat den neuen Twingo angekündigt, Fiat arbeitet intensiv und unter reger Anteilnahme künftiger Kunden am neuen 500er, Mazda wird in Genf den Nachfolger des Mazda2 enthüllen, und bei Skoda wird sich dort der neue Fabia im Rampenlicht drehen.

Trotz aller Konzentration auf die Volumensegmente wurden die Nischen des Marktes nicht ganz vergessen. Etwa in Form eines Allradcoupés von BMW und des Business-Sportlers Audi A5 als Antwort auf den Mercedes CLS. Auch das wachsende Feld der soften Geländewagen in der Kompaktklasse schwillt an: So wagen sich nun Peugeot mit dem 4007, Citroën mit dem C-Crosser und Renault mit dem Koleos erstmals auf die Buckelpiste. Und zum Jahresende wird dort auch noch der VW Tiguan erwartet. Auch Ford wird in diesem Segment aktiv, und zwar mit einem SUV auf Focus-Basis. Auf den gleichen Komponenten bauen auch der neue Freelander von Land Rover und bald auch der XC 50 von Volvo oder der CX5 von Mazda auf. Dazu kommen von Honda die dritte Generation des CR-V, von Mitsubishi der neue Outlander sowie ein weiterer Pajero und von Toyota der Nachfolger des Landcruiser. Außerdem bringen Jeep den neuen Wrangler und Dodge den Nitro nach Europa.

Viele neue Cabriolets - und zahlreiche alte Bekannte

Wer Ausfahrten unter freiem Himmel genießt, der kann sich auf neue Cabrio-Varianten von 3er BMW, Mini, Peugeot 207, Audi TT und Chrysler Sebring sowie die Wiedergeburt des Opel GT als luftigen Roadster freuen. Und wer sich von steter Ungeduld geplagt fühlt, kann mit dem Audi R8, dem nächsten BMW M3, dem 300 PS starken Passat R36 oder dem Japan-Racer Nissan Skyline der verlorenen Zeit hinterhereilen.

Obwohl unter dem Strich also viele Neue kommen, bleiben uns manch alte Bekannte erhalten. Denn mangels preiswerter Premieren ist es längst Mode geworden, dass parallel zur neuen Fahrzeuggeneration das alte Modell zum reduzierten Preis einfach weiter angeboten wird.