Autoreisen Kluge Planung schont die Nerven
Meckenheim - Trotz aller Warnungen und Hinweise stürzt sich ein Großteil der Autotouristen weiterhin an den besonders verkehrsreichen Tagen in das Getümmel auf den Autobahnen. Durch gründliche Vorbereitungen der Reise könnte man jedoch viel Stress vermeiden.
So kann schon ein Blick auf den Kalender im Vorfeld der Tour die Nerven schonen. Schließlich ist in der Regel schon zu Beginn eines Jahres klar, wann die Experten mit den dicksten Staus rechnen. Wer noch Luft in der Planung des Urlaubsbeginns hat, sollte sich daher einige der besonders kritischen Tage merken.
Abfahrtstag genau planen
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt hat einen Verkehrskalender zusammengestellt, der die besonders verkehrstarken Sommertage auflistet. Dazu gehören die Freitage 11. und 29. Juni, 6. Juli, 17., 24. und 31. August sowie der 7. September. Außerdem ist an den Wochenenden 13./14. Juli, 20. bis 22. Juli, 27./28. Juli, 3./4. August und 10./11. August mit besonders viel Verkehr zu rechnen.
Der ADAC in München rät, nicht an einem Wochenende die Reise zu beginnen. Vielmehr habe sich herausgestellt, dass generell der Dienstag und der Mittwoch die günstigsten Reisetage sind. Da jedoch nicht jedem Stau durch solche Vorplanung auszuweichen ist, sollte man auf jeden Fall aktuelle und übersichtliche Straßenkarten an Bord haben, um unter Umständen auf eine andere Strecke abseits der Autobahnen ausweichen zu können.
Pausen einlegen
Um sich selbst, die Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, gehören Pausen zur Planung jeder Urlaubstour - eine Tatsache, die nach ADAC-Angaben aber drei Millionen Fahrer jeden Sommer ignorieren. Demnach sind 50 Prozent der Fahrer zehn Stunden und länger ohne Rast unterwegs, 80 Prozent fahren mindestens acht Stunden ohne Wechsel, obwohl ein geeigneter Beifahrer daneben sitzt.
Als Grundregel gelten folgende Pausenintervalle: nach einer Stunde fünf Minuten Pause, drei Stunden nach Abfahrt zehn Minuten und fünf Stunden nach dem Start 20 Minuten Pause. Nach sieben Stunden ist eine einstündige Pause fällig, nach neun Stunden sind es zehn Minuten - und spätestens nach zehn Stunden Fahrt sollte übernachtet werden.
Nicht zu unterschätzen ist der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Meckenheim zufolge der Einfluss des Sommerklimas auf die Autoinsassen und besonders den Fahrer. Untersuchungen hätten erwiesen, dass sich die Reaktionszeit bei einem Anstieg von 21 auf 27 Grad um 20 Prozent verlängert; es werden doppelt so viel Signale übersehen wie bei 21 Grad. Das entspreche der Wirkung von 0,5 Promille Alkohol im Blut. Klimaanlagen seien gerade bei Touren in südliche Länder zu empfehlen.
Wagen und Fahrer "ferienfit" machen
Es gibt noch eine Reihe weiterer Grundregeln, die bei einer langen Tour zu beachten sind. So ist auf genügend Proviant zu achten. Jedoch sollte laut DVW vor allem leichtes Essen verzehrt werden. Fette und schwere Speisen belasten den Kreislauf und machen müde. Obst dagegen ist optimal zur Leistungssteigerung. Zu trinken sollte ebenfalls ausreichend an Bord sein. Jedoch sind süße Getränke zu vermeiden - sie steigern den Durst meist noch.
Der ADAC weist darauf hin, dass der Wagen vor der Fahrt "ferienfit" gemacht werden sollte - dadurch lassen sich eventuell kostspielige Reparaturen im Urlaub verhindern. Eine Kontrolle des Ölstands und der Scheibenwischerblätter sollte selbstverständlich sein. Wer Ersatzteile wie Glühlampen und Sicherungen an Bord hat, ebenso Pannendreieck, Abschleppseil und Verbandskasten, fährt am besten.
Wichtig ist, möglichst das komplette Gepäck im Kofferraum unterzubringen. Ungesicherte Gepäckstücke auf dem Rücksitz können laut DVW bei starkem Bremsen zu gefährlichen Geschossen werden. Der Luftdruck der Reifen ist der Ladung anzupassen. Bei Touren mit dem Nachwuchs sind Kindersitze zu montieren, die dem Alter der Kleinen entsprechen. Doch selbst bei bester Vorbereitung - auch in diesem Sommer werden die Staus auf den Autobahnen wohl wieder zum Thema der Verkehrsnachrichten gehören.