Autostudie von Lego: Schokofleck im Heck - DER SPIEGEL
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Autostudie von Lego Schokofleck im Heck

Viele Autos sind als Männer-Spielzeuge konzipiert. Das Konzeptfahrzeug InMotion dagegen, ein Gemeinschaftsprojekt des Autozulieferer-Konzerns Johnson Controls und des Bauklötzchen-Riesen Lego, soll ein Spielmobil für Kinder sein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Drei Jahre lang tüftelten die Entwickler der beiden Unternehmen, um ein möglichst kinderfreundliches Familienauto zu fabrizieren. Das Ergebnis, die Studie InMotion, ist nun auf der Detroit Motor Show zu sehen.

Äußerlich sieht der Wagen aus wie eine Großraumlimousine, und vermutlich würde er sich auch so fahren. Doch darauf kommt es bei diesem Modell nicht an. Es geht um die Inneneinrichtung. Und die ist so konzipiert, dass sie sowohl den Eltern (auf den beiden vorderen Sitzen), als auch dem Nachwuchs (in den Sitzreihen zwei und drei platziert) entgegenkommt.

Vor allem der Fond ist also interessant, denn in der ersten Reihe geht es mehr oder weniger so zu wie in vielen anderen Autos auch. Dahinter aber beginnt das Hoheitsgebiet der Kinder. Zum Beispiel ist der Fahrzeugboden hier von einer leicht abwaschbaren Gummimischung bedeckt, die Schokoflecken oder breit getretene Kaubonbonreste nicht übel nimmt.

Vor allem aber geht es auf den hinteren Rängen sicher (Vier-Punkt-Gurte), bunt (gelb, blau, rot, grün) und unterhaltsam zu. Die Kleinen können auf einem ausklappbaren Tischen entweder mit Legoklötzen spielen, sich die Zeit mit dem Anschauen eines DVD-Films vertreiben, elektronische Postkarten verschicken oder mit der Lego-Digitalkamera Filmchen drehen und die dann gleich via Internet an die Freund zu Hause versenden.

Selbstverständlich ist ein Kindersitz in der zweiten Reihe integriert. Des weiteren gibt es einen Abfallbehälter und einen Taschentuchspender sowie diverse Staufächer für Malsachen, Spielzeug oder den Lieblingsteddy. Wenn Mami und Papi ein Päuschen einlegen, kann der Spieltrieb problemlos nach draußen verlagert werden. An das Heck des Fahrzeugs kann nämlich ein Spielzelt angebaut werden.

Damit die Erwachsenen auch schön auf den vorderen Plätzen bleiben, gibt es auch für sie einige Gimmicks. Zum Beispiel ein Audiosystem mit zwölf Lautsprechern, ein Kamerasystem, das ihnen den verrenkungsfreien Blick auf die hinteren Plätze erlaubt und eine Mikrofonanlage, die es den Passagieren vorne ermöglicht, im Flüsterton Konversation mit jenen im Heck zu treiben.

Technisch erwähnenswert ist das Video-Sicherheitssystem, das den Rückspiegel ergänzt und den Bereich hinter dem Fahrzeug auf einem Display am Armaturenbrett zeigt. Außerdem ist die Studie mit dem so genannten HomeLink Universal Transceiver ausgerüstet, einem Gerät, mit dem sich zum Beispiel elektrisch betriebene Garten- oder Garagentore öffnen lassen, der Fahrer das Licht über der Einfahrt an- und ausknipsen oder Diebstahlwarnanlagen aus- und einschalten kann. Ob Teile des Innenraumkonzepts demnächst in Serienfahrzeugen zu finden sein werden, ist noch unklar. Sicher aber ist, dass Johnson Controls und Lego weiterhin zusammen an kinderfreundlichen Automobilen arbeiten wollen.

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