Peking: Fahrverbot wegen Militärparade - DER SPIEGEL
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Fahrverbot in Peking Statt Autos rollen Panzer

Mit rigorosen Maßnahmen will Peking den Smog bekämpfen: Unter anderem soll die Hälfte der Autos aus der Stadt verbannt werden. Das Verbot gilt jedoch nur kurzfristig und dient einem besonderen Anlass.
Smogalarm in Peking: Ein Bewohner schützt sich vor dem Feinstaub
Smogalarm in Peking: Ein Bewohner schützt sich vor dem Feinstaub

Smogalarm in Peking: Ein Bewohner schützt sich vor dem Feinstaub

Foto: KIM KYUNG-HOON/ REUTERS
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Die Bewohner von Peking dürfen demnächst durchatmen. In der chinesischen Hauptstadt, in der fast täglich ein dichter Smog hängt, gilt vom 20. August bis 3. September ein teilweises Fahrverbot für Autos. Die Zahl der Fahrzeuge, die fahren dürften, werde in dieser Zeit halbiert, berichtete das Parteiblatt "Volkszeitung" am Montag. Zudem müssten Industrieunternehmen und mit Kohle betriebene Anlagen ihren Betrieb befristet drosseln oder einstellen. Hintergrund der strengen Auflagen: eine Militärparade.

Der Soldatenaufmarsch findet am 3. September statt und ist der Höhepunkt von mehreren Veranstaltungen, mit denen die Regierung den Jahrestag der Kapitulation Japans am 2. September 1945 begeht. Während des Zweiten Weltkrieges kämpften in China Kommunisten und Nationalisten gegen die japanischen Besatzer. Um das historische Ereignis bei klaren Sichtverhältnissen durchführen zu können, müssen Motoren und Maschinen jetzt ruhen.

Wie vor der Dinnerparty im Raucherhaushalt

Das ist ein bisschen wie in einem Raucherhaushalt, wo Gäste zum Essen eingeladen sind und aus Rücksicht nur auf dem Balkon gepafft wird. Doch solche temporären Aktionen haben in Peking Tradition, unter anderem lüftete die Stadt bei den Olympischen Spielen 2008 und beim Apec-Gipfel im vergangenen Jahr kurz mal durch.

Der Smog in den Großstädten soll jedoch auch dauerhaft bekämpft werden, China hat der Luftverschmutzung im vergangenen Jahr sogar sprichwörtlich den Krieg erklärt. In Peking wurde damit begonnen, Hunderte Fabriken ganz zu schließen oder umzusiedeln und die Abgasvorgaben für Autos zu verschärfen. Außerdem sollen fünf Millionen alte Fahrzeuge von den Straßen verschwinden. Wie dringend die Entlastung der Umwelt nötig ist, verdeutlichte eine Studie der chinesischen Umweltschutzbehörde. Demnach wurden 2013 nur in drei von 74 untersuchten Kommunen nicht die staatlichen Grenzwerte überschritten.

Die mehreren Zehntausend Autofahrer, die vor der Militärparade in Peking von dem Fahrverbot betroffen sind, müssen sich wenigstens keine Sorgen um ihren Weg zur Arbeit machen: Viele Beschäftigte sollen drei Tage freibekommen.

cst/Reuters