Autoversicherer: Allianz eröffnet Preiskrieg - DER SPIEGEL
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Autoversicherer Allianz eröffnet Preiskrieg

Der Versicherungskonzern Allianz hat die Tarife bei der Autoversicherung gesenkt. Bei Neuabschlüssen können zahlreiche Kundengruppen nun mit deutlichen Abschlägen rechnen.
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Hamburg - Nach ersten Berechnungen von Wettbewerbern führen die zum 1. September eingeführten neuen Tarife bei der Allianz für manche Neukunden zu Preissenkungen von mehr als 30 Prozent, berichtet die "Financial Times Deutschland" in ihrer Freitagausgabe.

Mit dem Abschlag wehrt sich der Branchenführer gegen den Verlust von Marktanteilen. Andere Assekuranzen wollen dies offenbar nicht tatenlos hinnehmen. "Wir werden gelassen reagieren, aber wir werden reagieren", sagte Rolf-Peter Hoenen, Chef des zweitgrößten Autoversicherers HUK-Coburg, der "FTD".

Die Allianz wollte die genannten Zahlen nicht bestätigen. "Die Differenzierung innerhalb unserer Autotarife wird größer", hieß es lediglich. Es gebe aber auch Kunden, für die ein Neuvertrag teurer werde: "Merkmale wie Vielfahrer oder Wenigfahrer spielen eine viel größere Rolle."

Für bestehende Verträge sollen die Preise nicht angepasst werden. Zuletzt hatte die Allianz 1996 mit einem Rabattkrieg erfolglos versucht, die Erosion ihres Marktanteils zu stoppen.

Türöffner für den Verkauf anderer Policen

Der Münchener Konzern hatte Ende 2003 8,8 Millionen Fahrzeuge versichert, fast 200.000 weniger als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Marktanteil von knapp 18 Prozent. Die HUK-Coburg kommt auf 14 Prozent.

Mit 22,4 Milliarden Euro Prämieneinnahmen jährlich ist die Allianz-Autosparte die drittgrößte Versicherungssäule in Deutschland hinter den Lebens- und Krankenversicherungen. Außerdem gilt die Autodeckung, die jeder Pkw-Besitzer abschließen muss, als Türöffner für den Verkauf anderer Policen. Der jetzt drohende Preiskrieg folgt einer Phase vergleichsweise hoher Gewinne der Autoversicherer.