Autoversicherung: Umsteigen statt Draufzahlen - DER SPIEGEL
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Autoversicherung Umsteigen statt Draufzahlen

Autofahren wird immer mehr zum Luxus. Nach dem Benzinpreisanstieg langt nun auch die Versicherungsbranche kräftig zu: Die Kfz-Prämien sind im Höhenflug.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stuttgart - Nachdem die Haftpflichttarife in diesem Jahr schon um bis zu zehn Prozent gestiegen sind, warten ab 1. Januar 2001 selbst bei vielen bestehenden Verträgen neue Preisanhebungen auf die Autofahrer. Zum Jahreswechsel greift außerdem ein neues System für die Teil- und Vollkaskoversicherung, das den Geldbeutel noch einmal belasten wird.

Verbraucher, die die Preiserhöhungen nicht schlucken wollen, können in den kommenden Wochen den Wechsel zu einer preiswerteren Versicherung angehen. Wie Versicherungsexperte Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg errechnet hat, kann so mancher Autobesitzer bei einem Umstieg mehrere hundert Mark im Jahr einsparen.

Allerdings muss das Kündigungsschreiben bis zum 30. November beim alten Versicherer eingegangen sein, wenn man zum Jahresanfang 2001 wechseln will.

Ein außerordentliches Kündigungsrecht haben Verbraucher, die ihren Wagen verkaufen, einen anderen oder auch, wenn die Prämie erhöht wird. Dann kann man binnen eines Monats nach der Mitteilung kündigen, frühestens zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens.

Ein Drittel aller Haftpflichtverträge wird umgestuft, dabei 18 Prozent erhöht und damit verteuert, wie die Experten des ZDF-Verbrauchermagazins "WISO" erläuterten. Auch die jährlich Änderung bei den Regionalklassen und Typklassen gehen laut Stiftung Warentest zu Lasten der Kunden.

Als Grund für die steigenden Prämien haben Verbraucherschützer den erbitterten Preiskampf der Versicherer in den vergangenen Jahren ausgemacht. Das Feilschen um günstigere Policen war fast schon zu einer Art Volkssport geworden. Und die Gesellschaften ließen sich darauf ein, gilt die Autoversicherung doch als klassische Einstiegspolice für eine Kundenbindung.

Zum Vergleich: Autofahrer zahlten 1999 rund 15 Prozent weniger für die Haftpflicht als 1994, in der Vollkasko sogar etwa 27 Prozent weniger, wie die Stiftung Warentest vorrechnet.

Die Branche hat sich offenbar mit ihren immer skurrileren Rabattmodellen keinen Gefallen getan. Nun müssen Milliardenverluste in der Kfz-Schadensregulierung ausgeglichen werden.

Wer auf eigene Faust nach einer günstigeren Kfz-Versicherung sucht, steht meistens auf verlorenem Posten.

Rabattjäger sollten sich deshalb von den Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest helfen lassen.