Autoversicherungen: Wer den Schaden hat - DER SPIEGEL
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Autoversicherungen Wer den Schaden hat

Reicht eine Haftpflichtversicherung? Oder doch besser Teil- oder Vollkasko? Das Frühjahr ist Hochsaison für den Autokauf. Für viele, besonders Erstkunden ergibt sich dabei die Frage nach der richtigen Versicherung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Neuss - Eine Haftpflichtversicherung benötigt jedes Auto, der Gesetzgeber schreibt dies vor. Teil- und Vollkasko hingegen sind freiwillige Versicherungen und mehr oder weniger sinnvoll.

Beide Versicherungen ersetzen Schäden am Fahrzeug. Der Unterschied: Die Teilkasko versichert gegen Glasbruch, Wildunfälle und Elementarschäden wie Sturm, Hagel, Blitzschlag und Überschwemmung, außerdem gegen Diebstahl des Autos oder seiner Teile. Die Vollkasko-Versicherung ersetzt darüber hinaus Schäden am Fahrzeug durch Kollision oder Eigenverschulden, zudem Schäden durch Dritte, die den Schaden nicht selbst bezahlen können oder nicht versichert sind. "Und die Vollkasko greift, wenn das Fahrzeug durch Vandalismus beschädigt wird", sagt Bernd Schmitz von der Ontos-Versicherung.

Voll- sowie Teilkasko-Versicherungen werden mit variabler Selbstbeteiligung angeboten. Der Beitrag errechnet sich auf Basis bestimmter Merkmale wie etwa der Regionalklasse und der Schadenfreiheitsklasse des Kunden sowie der gewünschten Schadendeckung. Außerdem nach der Art, der Verwendung und der Typklasse des Wagens. Anders als bei Haftpflicht und Vollkasko gibt es bei der Teilkasko keinen Schadenfreiheitsrabatt (SF).

Benötigt man eine Kaskoversicherung? Diese Frage muss individuell beantwortet werden. "Tendenziell ist die Vollkasko bei Fahrzeugen mit hohem Preis, insbesondere bei Neufahrzeugen, zu empfehlen. Bei älteren Fahrzeugen hängt das vom Bedarf und dem finanziellen Spielraum des Versicherungsnehmers ab", sagt Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Unabhängig vom Alter des Autos ist ein Vergleich verschiedener Anbieter ratsam. Der Abschluss einer Vollkasko kann gegenüber der Teilkasko durchaus interessant sein. Besonders dann, wenn man einen günstigen Schadensfreiheitsrabatt in der Vollkasko hat. Außerdem spielt die Typklasse des Fahrzeugs eine Rolle. Dabei gilt die Regel, dass die Typklasse in der Vollkasko niedriger ist als in der Teilkasko. "Dieser Unterschied kann gravierend sein", so Andreas Gernt.

Über die verschiedenen Versicherungen rund ums Auto, von der Haftpflicht- über die Kasko- und den Verkehrsrechtsschutz bis zur Insassenunfallversicherung informiert eine 100-seitige Broschüre (Preis: 5,80 Euro http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de ) der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Von Norbert Michulsky, ddp