Bahn-Tankstelle Der Diesel-Anschluss
Leinefelde - Die DB-Tankservice verkauft den Diesel, den sie als Großkunde zu besonderen Konditionen eingekauft hat, billiger als die Tankstellen der Öl-Multis. Sollte das Pilotprojekt positiv verlaufen, will die Bahn weitere Tankstellen umbauen. Sie wolle aber auf keinen Fall anderen Tankstellenbetreibern Konkurrenz machen, versucht Geschäftsführer Bernd Nabert von der DB-Tankservice etwaigen Befürchtungen der Öl-Konzerne vorzubeugen.
Wie viel sie gespart haben, wissen die privaten Tankkunden erst am Ende eines Monats. Denn an der Tankstelle, zu der kein Hinweisschild den Weg weist und für die auch keine Werbung gemacht wird, gibt es kein Preisschild. Auch einen Tankwart sucht man vergebens. Wer hier tanken will, braucht einen kleinen Schlüsselanhänger mit einem Sender. Damit weist sich der Kunde an der vollautomatischen Zapfsäule aus und gibt die Pumpe frei.
Am Monatsende werde ihm dann die Rechung zugesandt. Der endgültige Preis stehe zwar noch nicht fest, werde aber ein bis zwei Pfennig unter dem der übrigen Tankstellen liegen, sagte der Leiter des DB-Tankservice-Stützpunktes Erfurt, Roland Sattler. Das Eröffnungsangebot werde vorsichtlich sogar drei bis vier Pfennig darunter liegen.
Um an der Schienentankstelle preiswerter tanken zu können, reiche eine Registrierung per Brief mit Name, Anschrift und Fahrzeugkennzeichen bei der DB-Tankservice in Erfurt, sagte Sattler. Bisher seien etwa 40 Anträge eingegangen. Sechs davon seien von gewerblichen Kunden, die die Hauptzielgruppe der Bahn seien. 500.000 Liter Diesel wolle man an dieser Tankstelle pro Jahr an Privatkunden verkaufen.
Die Bahn kauft nach eigenen Angaben jährlich etwa 750 Millionen Liter Diesel. Etwa 600 Millionen Liter würden von Lokomotiven und anderen Bahn-Fahrzeugen verbraucht. Der Rest werde unter anderem für Generatoren benötigt. Bundesweit gibt es etwa 230 Schienentankstellen, von denen viele aber tief im Bahngelände oder zwischen den Gleisen stünden. Nur ein kleiner Teil könne so umgebaut werden, dass dort auch Diesel für Privatkunden zugänglich gemacht werden könne, sagte Nabert.