Bahnübergänge Mit Lasern gegen den Tod
"Es handelt sich um ein Zwei-Ebenen-System", erklärt der Flossenbürger Lothar Koppers, der die elektronische Anlage zusammen mit seinen Kollegen Simon Musäus und Uwe Bacher gebaut hat. Ein Laserstrahl taste permanent die Umgebung ab und schlage Alarm, wenn die gemessenen Werte von den Vorgaben abweichen. Der zweite Bestandteil des Systems sei eine Kamera, die das Gelände aufnehme. Aus den Bildern werde ein Modell errechnet, das ebenfalls mit den einprogrammierten Vorgaben verglichen wird.
Die Erfindung der drei Wissenschaftler von der Bundeswehr-Universität München-Neubiberg ist bis jetzt an keinem deutschen Bahnübergang installiert, in den USA wird aber bereits ein Prototyp getestet. "Nach ersten Ergebnissen ist unser System das beste, das im Moment existiert", sagt Koppers selbstbewusst. Auch mit der Deutschen Bahn AG habe es bereits Gespräche zur Einführung des Modells gegeben. "Wir haben beim Eisenbahnbundesamt in Köln einen Antrag auf Zulassung des Projekts gestellt", erläutert der 33-Jährige. Bis zu einer Entscheidung könne allerdings ein Jahr vergehen.
Der Anstoß für die Entwicklung des Sicherungssystems kam aus den USA. Dort ereignen sich an Bahnübergängen Jahr für Jahr 2000 Unfälle mit rund 500 Todesopfern und hohen Sachschäden. Durch eine weltweite Ausschreibung der US-Regierung seien die Oberpfälzer erst auf die Idee gekommen, ein entsprechendes Warnsystem zu entwickeln. "Mit dem System können auch sperrige Güter auf den Schienen erkannt werden, die die Züge bei einem Zusammenprall stark beschädigen könnten", sagt Vermessungsingenieur Koppers.
Die neue Sicherungsanlage ist nicht nur an Bahnübergängen einsetzbar. So könnten beispielsweise auch U-Bahnhöfe durch die Erfindung sicherer werden. Pro Anlage fielen Kosten von rund 60.000 Mark an.
Das System ist für Koppers, Musäus und Bachers nicht nur eine Tüftelei, sondern soll auch zum Sprungbrett in die Selbstständigkeit werden. Die drei Männer planen die Gründung eines Ingenieurbüros. Die ersten Einnahmen werden möglicherweise aus den USA kommen. Dort haben nach den ersten Tests schon einige Eisenbahngesellschaften Interesse an der Flossenbürger Erfindung angemeldet.