Bayern ADAC im Visier der Staatsanwaltschaft?
München - Wie "Focus" berichtet, werde Pannenhelfern des Vereins vorgeworfen, Provisionen aus der Vermittlung von Mietfahrzeugen, Trinkgeldeinkünfte von Hilfseinsätzen sowie Erlöse aus dem Verkauf von Benzin und Ersatzteilen "regelmäßig unversteuert zu kassieren", schreibt das Blatt in seiner neuen Ausgabe. Das Verfahren trage das Aktenzeichen 303 Js 39292/00. Ein Sprecher des ADAC sagte der dpa dazu in München, bis zum Freitagabend seien der Zentrale des Clubs keine Ermittlungen bekannt geworden.
Die "Gelben Engel" haben allein im vergangenen Jahr mehr als 3,4 Millionen Panneneinsätze geleistet. Von der Anklagebehörde war am Sonntag keine Auskunft zu dem Bericht zu erhalten. Der ADAC hat nach Angaben des Sprechers bundesweit rund 1600 angestellte Pannenhelfer. Zumindest deren Provisionen für die Werbung neuer Mitglieder würden über die Gehaltsabrechnungen in jedem Fall ordnungsgemäß versteuert, sagte er. Sollten dem Verein anderweitige Verdächtigungen von offizieller Seite vorgelegt werden, würde der ADAC unverzüglich und auch öffentlich reagieren - "schon in unserem eigenen Interesse".
Laut "Focus" ist die Vermittlung liegen gebliebener Verkehrsteilnehmer an gewerbliche Autovermieter durch die eigenen Mitarbeiter der ADAC-Zentrale "seit Jahren bekannt".