Benzin "Ivan" wirbelt die Preise hoch
Hamburg/New York/Frankfurt am Main - Noch immer können deutsche Autofahrer nicht mit einer Entlastung bei den Benzinpreisen rechnen. Wie der Automobilclub von Deutschland (AvD) am Freitag in Frankfurt am Main mitteilte, kostet der Liter Superbenzin im Bundesdurchschnitt wieder 1,19 Euro und der Liter Diesel rund einen Euro. Am 19. August war bei Diesel ein Rekordpreis von 1,02 Euro und bei Super ein Höchststand von 1,22 Euro verzeichnet worden.
"Wir dürfen gespannt sein, welch seltsame Begründung sich die Ölkonzerne diesmal für diese dreisten Preiserhöhungen einfallen lassen", sagte AvD-Sprecher Jochen Hövekenmeier. Die Preise wurden laut AvD in ganz Deutschland angehoben und unterscheiden sich regional: Zwischen der teuersten Region Kassel (Diesel 1,02 Euro/Super 1,21 Euro) und der günstigsten Region Bremerhaven (0,97 Euro/1,12 Euro) liegen lediglich fünf Cent Preisunterschied bei Diesel sowie neun Cent bei Super.
Beim Vergleich von Ölpreis, Dollar-Euro-Verhältnis sowie den Rahmenbedingungen des Ölmarktes falle auf, dass die derzeitigen Benzinpreise in Deutschland etwa acht Cent zu hoch seien, erklärte der AvD. "Mit dieser zusätzlichen Marge werden die Mineralölkonzerne wohl in diesem Jahr wiederum neue Rekordgewinne verbuchen können."
Die Mineralölgesellschaften hingegen sehen als Ursache für die andauernd hohen Benzinpreise eine nach wie vor angespannte Lage an den internationalen Rohölmärkten und am europäischen Mineralöl-Großmarkt in Rotterdam. "Immer wenn wir denken, der Markt könnte sich entspannen, kommen negative Nachrichten", sagte Gabriele Radke von ExxonMobil.
Nach Irak-Terror, Streiks in Venezuela und Yukos-Krise seien es nun die Hurrikans im Golf von Mexiko, die auf den Märkten für Verunsicherung sorgen. Dagegen habe der eher formale Beschluss der OPEC, die Fördermenge um eine Million Barrel pro Tag heraufzusetzen, kaum Auswirkungen auf die Märkte gehabt.