Datenbank für Spritpreise Handy soll billigste Tankstelle anzeigen
Preistafel einer Tankstelle: Die Koalition unterstützt Forderungen nach einer öffentlichen Datenbank
Foto: dapdDer billigste Spritpreis, direkt über Handy oder Navigationsgerät abrufbar: Diesen Service forderte unlängst der Chef des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. Die nach einem Gesetzesentwurf geplante Marktransparenzstelle müsste dazu nur die Angaben der Tankstellenbetreiber in einer Datenbank im Internet öffentlich machen. Koalitions-Politiker von FDP und CSU haben laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag nun angekündigt, den Gesetzesentwurf entsprechend erweitern zu wollen.
Das Gesetz könne schon Anfang 2013 in Kraft treten, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft und Technologie Georg-Nüßlein (CSU). Nach der Sommerpause sollen dazu Beratungen aufgenommen werden.
Die Bundesregierung hatte Anfang Mai beschlossen, Mineralölkonzerne unter strengere Aufsicht zu stellen, um stabilere Benzinpreise zu erreichen. Tankstellen, Händler und Raffinerien sollen ihre An- und Verkaufspreise rasch an eine Markttransparenzstelle melden müssen.
Hintergrund ist der starke Anstieg der Benzinpreise in den vergangenen Jahre, für den die Regierung die Ölmultis verantwortlich macht. Wie die "Saarbrücker Zeitung" am Donnerstag vorab unter Berufung auf Zahlen der Bundesregierung berichtete, sei der Preis für einen Liter Superbenzin in den vergangenen zehn Jahren um rund 70 Prozent gestiegen, für einen Liter Diesel sogar um 80 Prozent.
2012 wurde dabei ein Rekordwert erreicht: Im März lag der Preis bei 1,72 Euro. Im Jahr 2002 habe der Liter Superbenzin noch 1,05 Euro gekostet, heißt es in dem Bericht. Für Diesel mussten die Autofahrer vor zehn Jahren 84 Cent bezahlen, im März 2012 waren es 1,53 Euro pro Liter.