Billiger pendeln: Geld sparen beim Bahnfahren - DER SPIEGEL
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Billiger pendeln Geld sparen beim Bahnfahren

Dass Menschen täglich viele, manchmal sogar mehr als hundert Kilometer zur Arbeit und wieder zurück fahren, ist keine Seltenheit. Die entscheidende Frage dabei lautet: Wie klappt das am günstigsten? Ein Kostenvergleich des ADAC legt jetzt die Antwort nahe: mit der Bahn.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Studie, das wundert bei dem Ergebnis nicht, entstand im Auftrag der Deutschen Bahn AG. Die Bahn-Mitarbeiter suchten typische Pendlerstrecken in Deutschland heraus und verglichen auf diesen Routen die Kosten von einer Bahnfahrt-Jahreskarte im Abonnement mit den Betriebskosten (Kraftstoff-, Öl und Reparaturkosten) für einen VW Golf - einmal mit Benzin- und das andere Mal mit Dieselmotor. Der Kaufpreis des Autos, die Versicherung und die Steuern blieben dabei unberücksichtigt; die Berechnung der Autokosten übernahm der Automobilclub ADAC.

Und siehe da: Im Durchschnitt sparen Bahnfahrer auf den überprüften Strecken 45 Prozent im Vergleich zu den Auto-Pendlern. Im Einzelfall summierte sich der Vorteil des werktäglichen Bahnfahrens auf 5361 Euro - etwa auf der Strecke von Wittenberge nach Berlin. Noch gar nicht kalkuliert ist dabei der Zeitverlust und die Stressbelastung, die bei der Fahrt mit dem Pkw aufgrund von Stau oder starken Verkehrs entstehen kann, die aber Bahnfahrer nicht betrifft.

Zwischen Lübeck und Hamburg beispielsweise ist der Golf-Benziner für 3306 Euro unterwegs, der Golf mit Dieselantrieb für 2586 Euro. Das Bahnticket kostet hingegen glatt 2000 Euro pro Jahr - somit fährt ein Pendler auf der Schiene um 22,7 Prozent günstiger als mit dem Diesel-Golf und um 39,5 Prozent günstiger als mit dem Benziner.

Auffällig ist, dass die Bahn natürlich solche Pendlerstrecken für den Vergleich heraussuchte, die zwischen zwei größeren Orten liegen und die daher gut über die Schiene verbunden sind. Der Vergleich - insbesondere wenn man die Fahrzeiten mit einbezieht - sieht vermutlich anders aus, wenn man irgendwo auf dem platten Land wohnt und in eine größere Stadt zum Arbeiten pendeln muss.

Parallel zum Preisvergleich des ADAC gab die Bahn eine Umfrage beim Infas-Institut in Auftrag, bei der 2200 der rund 30 Millionen Berufspendler in Deutschland nach ihrem Verhalten befragt wurden. Unter anderem gaben 76 Prozent der Bahnfahrer an, sie hätten sich aufgrund der hohen Spritkosten für den Zug entschieden. Von den Autofahrern gaben 86 Prozent an, sich über die hohen Kraftstoffkosten zu ärgern, jedoch erklärten lediglich 32 Prozent, deshalb einen Umstieg auf die Bahn in Erwägung zu ziehen.

jüp