Biosprit Umstrittenes E10 ist weiter unbeliebt
Zapfsäule: Unterschiedliche Kraftstoffsorten an einer Tankstelle
Foto: Patrick Pleul/ dpaFrankfurt am Main/Bochum - Ein Großteil der deutschen Autofahrer lehnt den sogenannten Biosprit E10 offenbar weiterhin ab. Nur jeder siebte Tankstellenkunde, der einen Wagen mit Benzinmotor fährt, tanke E10, berichtete die "Frankfurter Rundschau" vom Montag unter Berufung auf Zahlen des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV). Demnach tankten im Juni 13,9 Prozent dieser Fahrer den Kraftstoff mit zehn Prozent Bioethanol. Bislang allerdings gibt es nur an gut der Hälfte aller Tankstellen bundesweit den neuen Kraftstoff.
Zumindest an den Stationen der Tankstellenkette Aral dürfte sich das ändern. Das Unternehmen beginnt in der kommenden Woche mit der flächendeckenden Einführung des Bio-Sprits im Westen und Norden Deutschlands. Bis zum Jahresende sollten weitere 1200 der insgesamt 2500 Tankstellen den umstrittenen Kraftstoff anbieten, teilte Aral am Freitag in Bochum mit. Damit beschleunigt der deutsche Marktführer die Einführung des Benzins mit zehn Prozent Ethanol aus Pflanzen um einige Wochen. Auch die Raffinerien und Tanklager im Norden und Westen werden dann das Produkt führen, so dass die Branche insgesamt E10 anbieten kann.
E10 wird nach Konzernangaben künftig die preisgünstigste Kraftstoffsorte sein - mit einem Abstand von drei Cent je Liter zu Superbenzin mit fünf Prozent Ethanol. Zudem werden die Tankstellen von Aral und anderen Mineralölkonzernen Benzin mit 98 Oktan (Super plus) anbieten, das sieben Cent teurer als E10 sein wird oder alternativ eine Spitzensorte mit 100 Oktan für neun Cent mehr als der Bio-Sprit.
Die deutschen Tankstellen-Betreiber haben E10 im Februar eingeführt. Der Kraftstoff enthält mit zehn Prozent doppelt so viel Biokraftstoff wie normales Superbenzin. Auf diese Weise will die Mineralölwirtschaft die vorgeschriebene Quote für die Biosprit-Beimischung erreichen. Rund zehn Prozent der Autos auf deutschen Straßen vertragen das Benzin allerdings nicht. Dies hat zu einer generellen Ablehnung des neuen Benzins geführt; hinzu kommen Zweifel von Umweltschützern am wirklichen Nutzen des Biokraftstoffs.