BMW 3er Touring Freude am Transportieren?
Der 3er Touring wird eine der BMW-Neuheiten auf der IAA sein, doch weil bei der Mammutmesse in Frankfurt erfahrungsgemäß mehr als die Hälfte der Debütanten gleich wieder aus dem Gedächtnis verschwindet, weil es einfach zu viele sind, machen die Münchner das Auto bereits jetzt bekannt. Außerdem erhofft sich das Marketing wohl auch, Kombi-suchende Kunden schon jetzt auf das kommende Modell aufmerksam zu machen. Und nicht zuletzt wollen die Münchner offenbar ein mediales Gegengewicht schaffen zur neuen Mercedes B-Klasse, die noch in dieser Woche präsentiert wird (SPIEGEL ONLINE wird am Freitag berichten).
Das Design des neuen Kombis entspricht bis zur A-Säule dem der Limousine. Technisch sind die beiden Varianten ohnehin weitgehend identisch. Vom Beginn an wird es fünf Motorversionen für den Touring geben, drei Benziner und zwei Dieselaggregate mit einem Leistungsspektrum von 150 bis 258 PS (110 bis 190 kW). Serienmäßig wird der Wagen mit Sechsgang-Schaltgetriebe ausgerüstet, auf Wunsch und gegen Aufpreis ist eine Sechsgang-Automatik erhältlich.
Dass BMW sich vom ewigen Zwang, eine durch und durch sportliche Marke sein zu müssen, nicht befreien kann, wirkt sich bei diesem Kombimodell nicht einmal nachteilig aus. Trotz der eleganten Seitenansicht mit den schmaler werdenden hinteren Fenstern und der breiten D-Säule bietet das Auto - je nach Stellung der Rücksitzlehnen - ein Ladevolumen zwischen 460 und 1385 Liter. Offenkundig haben sich die BMW-Entwickler am T-Modell der Mercedes C-Klasse orientiert, die zwischen 470 und 1384 Liter zuladen kann. Andere Wettbewerber wie Alfa Romeo Sportwagon (360 bis 1180 Liter), Audi A4 Avant (442 bis 1184 Liter) oder Volvo V50 (417 bis 1307 Liter)schneiden schlechter ab. Einzig der Jaguar X-Type Estate (445 bis 1415 Liter) bietet etwas mehr Maximal-Laderaum.
Zum Zuwachs an Gepäckraum verhalf dem BWM Touring auch der Einsatz von Runflat-Reifen. Dies macht ein Ersatzrad nach Meinung von BMW überflüssig, und die Ersatzradmulde unter dem Ladeboden kann nun dem Laderaum zugerechnet werden. Mit Abdeckplane, Festzurr-Ösen und einem wasserdichten Transportbehälter unter dem Ladeboden ist der neue Kombi aus München ordentlich auf diverse Transportaufgaben vorbereitet. Optional wird ein Panoramadach angeboten das 80 Zentimeter lang und 75 Zentimeter breit ist. "Cabrio-Feeling" verspricht sich BMW davon.
Natürlich verweisen die Münchner auch auf die nahezu ausgewogene Achslastverteilung des neuen Modells, auf die daraus resultierende "Fahrdynamik" des Autos und auf die Tatsache, dass für die Varianten mit Sechszylinder-Motor die Aktivlenkung bestellbar sein wird. Ausprobiert werden kann das alles noch nicht: Bis zur Fahrvorstellung des neuen 3er Touring wird es noch etwas dauern. Und bis zum Verkaufsstart ohnehin - wie schon erwähnt: noch fünf Monate.